Förderfiasko

Baubranche fordert mehr Dämmung gegen die Hitze

Wirtschaft
29.07.2026 07:00

Statt Finanzspritzen für Kühlen und Heizen fordern Betriebe Vorrang für Sanierungen. Die Branche kämpft gegen Auftragsflaute und Fachkräftemangel – und sieht in der Gebäudehülle den entscheidenden Hebel für Klimaschutz, niedrigere Energiekosten und neuen Schwung.

Während die Temperaturen steigen, kämpft die Bauwirtschaft weiter gegen die Krise – und sieht in der thermischen Sanierung von Gebäuden einen Ausweg. Gewerkschaft und Branchenvertreter fordern ein Umdenken bei den Förderungen: Diese sollen bei Heizungen und Klimaanlagen nur noch fließen, wenn zuvor die Gebäudehülle verbessert wurde. Sonst gehe wertvolle Energie verloren.

Keine sinnvolle Energiewende
Auslöser der Debatte ist die Förderpolitik des Bundes. Nachdem Zuschüsse für die thermische Sanierung im Februar kurzfristig gestrichen, ökologische Heizungen aber weiterhin unterstützt werden, sei genau das Gegenteil einer sinnvollen Energiewende passiert, kritisiert Bau-Holz-Gewerkschaftsvorsitzender Josef Muchitsch.

Für die Jahre 2027/2028 seien 181 Millionen Euro für thermische Sanierungen und 179 Millionen Euro für den Heizkesseltausch vorgesehen. Er will diese Mittel verknüpft: zuerst dämmen, dann Heiz- oder Kühltechnik fördern. 

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Wien zeigt damit vor, wie es geht.

Robert Schmid, Obmann des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie

Einzig die Bundeshauptstadt mache dieses Modell bei Klimaanlagen bereits erfolgreich vor, sagt Robert Schmid, Fachverbandsobmann der Stein- und keramischen Industrie. „In Wien gibt es nur Förderungen für Klimaanlagen, wenn dementsprechend zuvor die anderen Maßnahmen von Beschattung und Dämmung ausgeschöpft sind.“

Hinter der Forderung steckt auch ein wirtschaftliches Interesse. Das Bauvolumen soll 2026 nur noch rund 52 Milliarden Euro erreichen – sieben Milliarden Euro weniger als im Rekordjahr 2021, als die Branche auf 59 Milliarden Euro kam. Mit einer spürbaren Erholung der Branche rechnet Muchitsch frühestens ab dem Jahr 2028.

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