Zwiegespalten sind die Ortschefs der Salzburger Gemeinden entlang der Tauernautobahn, wenn es um neu geplante Blockaden von A10-Abfahrten geht. Diese soll auch Anrainer betreffen – und an starken Reisetagen ausnahmslos alle Fahrzeuge nicht mehr abfahren dürfen.
Hohe Wellen schlägt das Vorhaben des Landes, Abfahrten auf der Tauernautobahn (A10) im Reiseverkehr auch für Einheimische komplett zu sperren – die „Krone“ berichtete. Land und Asfinag stehen hinter dem Vorhaben, das ab August sogar Anrainern staugeplagter Gemeinden das Abfahren verbietet.
„Gegen einen Versuch kann man sich nicht stellen“, sagt Gollings SPÖ-Ortschef Martin Dietrich. „Inwiefern das langfristig sinnvoll ist, traue ich mich nicht zu sagen. Die Asfinag wird sich aber etwas dabei gedacht haben.“ In seiner Gemeinde hätten die Menschen unterschiedliche Ansichten dazu. „Alles, das mit dem Verkehr probiert wird, ist zweischneidig. Die Wirtschaft sieht das kritisch – besonders Transportfirmen.“
Laut Asfinag soll durch die Sperren der Verkehr flüssiger laufen, weil dann weniger abfahren. Etwas beim Transitverkehr zu machen ist positiv. Grundsätzlich sind wir für neue Lösungen offen. Wir werden das aber genau evaluieren – auch mit den anderen Gemeinden.

Martin Dietrich
Bürgermeister Golling
Bild: Markus Tschepp
Stadtchef für Testbetrieb, mit einem großen Aber
Mit einem kritischen Auge schaut Ebens Bürgermeister Franz Fritzenwallner auf die Maßnahme. Er sagt: „Bei uns ist es mit den Stauausweichern erträglich. Einheimische mit baulichen Sperren auszusperren, ist einfach nicht gut. Ich denke, die Bevölkerung wird das negativ aufnehmen.“
Man muss dem Versuch positiv gegenüberstehen, um für 2027 dann eine praktikable Lösung zu finden. Ich habe der Asfinag schon E-Mails geschickt, dass wir bei den bisherigen Abfahrtssperren für den Transitverkehr mehr Kontrollen brauchen.

Benhard Weiß
Bürgermeister Pfarrwerfen
Bild: Andreas Tröster
Positiver gestimmt ist hingegen Pfarrwerfens ÖVP-Bürgermeister Bernhard Weiß: „Das Pilotprojekt ist gut, die geplante Sperre der Abfahrt Pfarrwerfen aber natürlich schwierig.“ Ob diese längerfristig bleibe, lasse sich noch nicht sagen. Besser gefällt Weiß die Idee einer Dosierampel vor der Ausfahrt Pfarrwerfen. „Das würde unser Problem lösen, weil dann der Verkehr bei uns wieder fließt und keiner mehr wegen Stau abfährt.“ Klar ist für ihn: „Der Verkehr ist nach wie vor problematisch und es muss eine Lösung kommen.“
Ebenfalls seit Jahren staugeplagt ist die Stadt Hallein. Dort steht Stadtchef Alexander Stangassinger hinter dem Testbetrieb – aber mit einer klaren Forderung an das Land Salzburg: „Sollten die Straßen wegen der Sperren überlastet sein, sind diese sofort aufzuheben und die Pförtnerampel ist auszuschalten.“
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