Mo, 25. März 2019
29.09.2016 23:02

In Paris begutachtet

Erstkontakt: Wie Golf ist der neue Hyundai i30?

Jetzt soll es endgültig dem VW Golf an den Wagen gehen: Hyundai präsentiert auf dem Pariser Autosalon den neuen i30 - und der erinnert aus dem einen oder anderen Blickwinkel (vor allem von hinten seitlich) wohl nicht zufällig an den Wolfsburger. Doch die Sitzprobe auf dem Salon ergibt: Da ist noch immer ein Stück hin.

Designmäßig ist dem Koreaner, der eigentlich gar keiner ist, absolut nichts vorwerfen, schon gar nicht mit LED-Scheinwerfern. So darf ein Auto in der Kompaktklasse aussehen, das nicht anecken soll. Insofern ist der Hyundai i30 das Gegenteil, sagen wir, des Honda Civic. Nachteil: Der Wiedererkennungswert hält sich vermutlich in Grenzen. Obwohl, vielleicht prägt sich die etwas zerklüftete untere Hälfte des Hecks ein.

Dabei ist er so europäisch, wie der Sproß einer Fernost-Marke nur sein kann. Das Aussehen verantwortet ein sympathischer Bayer, Peter Schreyer, entwickelt wurde diese dritte Generation, nennen wir sie i30.3, in Rüsselsheim, gebaut wird sie im tschechischen Nosovice. Da wird schon klar: Hyundai will sich noch weniger als bisher über das Image des Billigsdorfers verkaufen.

Folglich spielt der Kompakte einige Trümpfe aus. Schon beim Einsteigen fällt der 8 Zoll große Navi-Touchscreen auf (Serie ist 5 Zoll ohne Touch), der sehr hoch angebracht ist und deshalb den Blick des Fahrers nicht weit von der Straße ablenkt. Das System kann sowohl via Apple Car Play als auch über Android Auto verbunden werden, auch induktives Laden des Smartphones ist möglich.

Zum Glück hat Hyundai der Versuchung widerstanden, alles im Touchscreen unterzubringen. So ist die Klimaanlage analog zu bedienen, mit Drehreglern für die Temperatur, sonst per Tasten.

Der Innenraum wirkt übersichtlich, aber es will sich kein wohliges Gefühl einstellen. Farben und Formen wirken ein wenig zusammengewürfelt, der Materialmix passt nicht sonderlich gut zusammen, vor allem wirkt er teilweise dann doch billig. Obenauf ist der Armaturenbrett-Kunststoff weich und relativ wertig, direkt darunter, also mitten im Blickfeld, ist das Material hartes Plastik. Sogar in der Probe gesessenen Version mit Ledersitzen. Nicht, dass der VW Golf innen vor luxuriöser Opulenz strotzt, aber da fehlt es weit.

Das gilt auch für das Platzangebot, das auf den Vordersitzen absolut in Ordnung geht, auf der Rückbank aber ganz schön einschränkt. Groß Gewachsene haben weder für die Beine, noch für den Kopf Platz.

Das ist umso erstaunlicher, als der neue Hyundai i30 mit 4,34 Meter etwas länger als der Vorgänger ist (mit 1,80 Meter auch breiter). Allerdings ist er mit 1,45 Meter auch flacher, was wiederum zur eingeschränkten Kopffreiheit passt. Das Gepäckabteil gilt kommt auf 395 Liter Fassungsvermögen (17 Liter mehr als früher. Die im Verhältnis 40:60 umlegbaren Rücksitzlehnen vergrößern die Zulademöglichkeit auf 1.301 Liter.

Motoren von 95 bis 140 PS
Der i30 steht auf einer neuen Plattform, die es sicher auch erlaubt, Komponenten aus dem Elektro-Trio Ioniq später einmal für eine denkbare Hybrid-Variante zu nutzen. Zunächst bleibt es aber bei einer Auswahl an jeweils drei Diesel- und Ottomotoren, wobei das einzig komplett neue Triebwerk der 1.4 T-GDI ist. Der turbo-gedopte Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer leistet 140 PS, verfügt über 242 Nm Drehmoment und soll ein echtes Leichtgewicht sein. Gegenüber einem vergleichbaren Saugmotor bringt er immerhin 14 Kilogramm weniger auf die Waage. Er kann mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder mit dem neuen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden.

Bei den Benzinern haben die Kunden zudem die Wahl zwischen dem 1.0 T-GDI, der aus drei Zylindern 120 PS schöpft, und dem 1.4 MPI als Einstiegsmotor mit 100 PS, der auch die preisliche Untergrenze darstellen wird. Exakte Tarife hat man aber noch nicht fixiert. Trotz umfangreicherer Ausstattung sollte die Preisliste nicht wesentlich höher als bisher (17.490 Euro) beginnen. Wer einen Selbstzünder bevorzugt, kann den bekannten 1,6-Liter-Turbodiesel in einer der drei Leistungsstufen mit 95 PS, 120 PS oder 136 PS wählen.

Ebenfalls auf der Messe in Paris zeigt Hyundai eine (leider rein theoretische) Sportversion des i30, mit dem Namen RN30. Hier soll nur gezeigt werden, was möglich wäre. Tatsächlich wird Ende 2017 ein sportlicher Hyundai i30 kommen, mit rund 250 PS starkem 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo.

Bereits vom Start weg gibt es hingegen eine Reihe elektronischer Assistenten, von der autonomen Notbremse über den Müdigkeitsassistenten bis zum Adaptivtempomaten - der schaltet sich aber unter 10 km/h ab.

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