Man sieht ihr ja nicht an, dass da 152 PS bei nur 9.500 Umdrehungen unter der Haube – pardon – unter dem Tank werken. Und dass die über ein erstklassiges Fahrwerk auf die hinteren 180 auf die Straße kommen. Immerhin hat die GT den Motor von K 1200 S und K 1200 R und ist damit praktisch ein Rennmotorrad für die große Reise. Gran Turismo heißt in diesem Fall, drei Viertel des maximalen Drehmoments schon ab 3.000/min., bei 7.750 sind es dann 130. Hier geht also richtig die Post ab.
Dazu ist sie auch noch richtig handlich, trotz 282 Kilo Leergewicht (plus Topcase im Fall der Testmaschine). Willig legt sie sich in die Kurve, Wechselkurven verfliegen nur so, der Kühlschrank-Eindruck erübrigt sich schnell. Kein Wunder, stammt doch auch das Fahrwerk mit Duolever vorn und Paralever hinten von den schnellen Schwestern.
Weniger handlich ist das Getriebe: Es verlangt Nachdruck, zweiter und dritter Gang lassen sich unter Last nur mit Getöse einlegen und nicht selten bleibt man auch im Leerlauf hängen. Vielleicht soll das aber auch nur zu entspannter Fahrweise anregen, denn wenn man sich Zeit lässt beim Schalten, ist es halb so wild.
Wasserspiele
Wie es sich für diesen Sommer gehört, bin ich natürlich voll in den Regen gekommen. „Besser als mit der K1200GT sind Sie im Regen mit keiner Maschine aufgehoben“, hat der BMW-Pressemann die Wetteraussichten fürs Wochenende herunter gespielt. Und womit? Mit Recht! ABS-Intergral-Bremsanlage, elektrisch verstellbarer Windschild und die riesige Verkleidung halten zwar nicht gerade trocken, geben aber ein besseres Gefühl. Fehlt nur noch ein Scheibenwischer. Und trockene Füße.
Ausstattungsmäßig fehlt es hier an nichts, jedenfalls wenn man ein paar Extras ordert: Heizung für Griffe und Sitze, Bordcomputer, Tempomat, elektronisch einstellbares Fahrwerk (je nach Bedarf und Belastung) sind den Aufpreis durchaus wert, bei einem Grundpreis von 20.750,-- Euro ist es ohnehin schon fast egal. Lenker und Sitz sind serienmäßig verstellbar. Auf der K 1200 GT kann man es lange aushalten. Etwas unbequem ist nur, dass man sich jedes Mal die Schienbeine an der Verkleidung anhaut, wenn man stehen bleibt und die Füße absetzt.
Fazit:
Es werden nicht die Jungspunde sein, die sich die K 1200GT zulegen. Das liegt am Äußeren und nicht zuletzt an ihrem Preis. Wer sie sich aber leisten kann, für den steht „GT“ für „Großer Tourenspaß“. An diesem souveränen Bike sorgt nur eines für Unruhe: das nahende Ende einer Tour.
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