Sa, 21. Juli 2018

Gereizte Blase?

08.07.2016 17:00

Harnwegsinfektionen haben jetzt wieder Saison

Infektionen der Harnwege haben immer Saison, sie treten aber jetzt im Sommer besonders oft auf. Eine Blasenentzündung zählt zu den häufigsten Gründen, warum Frauen den Hausarzt, Urologen oder Gynäkologen aufsuchen. Warum sind Frauen viel öfter betroffen als Männer? Wie wird man das lästige Übel möglichst rasch wieder los? Wie kann vorgebeugt werden?

Zunächst die gute Nachricht für Frauen: Bei ihnen verlaufen diese Infektionen fast immer harmlos. Oft sieht der Arzt den Infekt erst zufällig im Harnbefund - die Patientin hat ihn gar nicht bemerkt. Nichtsdestotrotz muss die Harmlosigkeit bewiesen werden! Komplikationen wie Abflussstörungen, Restharnbildung, Rückfluss von Urin aus der Blase zu den Nieren, Erkrankungen der Nieren, Stoffwechselleiden oder Abwehrschwäche müssen ausgeschlossen werden.

Je jünger die Patientin ist, desto intensiver sind Beschwerden wie Brennen beim Urinieren, häufiger Harndrang sowie Schmerzen und Krämpfe im Blasenbereich. Mitunter kann Blut im Urin zu finden sein. Dann spricht der Arzt von Cystitis (Blasenentzündung), die aber üblicherweise ohne Fieber verläuft.

Als Erreger treten meistens Kolibakterien aus dem Darm auf. Eher selten sind es komplizierte Keime. Auch immer wiederkehrende (rezidivierende) Infektionen zeigen das gleiche Muster: Je älter die Patientin, desto geringer die Symptomatik.

Warum ist das weibliche Geschlecht hier so benachteiligt? Hauptschuld trägt die Anatomie: Die Harnröhre der Frau ist kurz (etwa vier Zentimeter). Das gesamte äußere Genitale ist mit Keimen besiedelt, daher auch die vordere Hälfte der Harnröhre. Frauen neigen leider dazu, wenig Flüssigkeit aufzunehmen. Wird dadurch längere Zeit nicht uriniert, wandern die Bakterien in die Harnblase. Dort können sie sich an der Blasenschleimhaut festsetzen und ihr Zerstörungswerk beginnen, wenn sie nicht rechtzeitig wieder ausgespült werden.

Begünstigt wird die Entstehung einer Infektion durch verschiedene Faktoren: Neben familiärer Neigung können psychische Belastungen, Schlafmangel, lange Reisen, Angst vor unhygienischen Toiletten sowie Virusinfekte die Immunabwehr so schwächen, dass sich die Bakterien vermehren und krank machen.

Harnweginfektionen beim Mann sind hingegen stets kompliziert. Hier spielt ebenfalls die Anatomie eine wesentliche Rolle: Die Harnröhre ist viel länger und gewunden, zudem gibt es die Prostata am Blasenausgang. Infektionen betreffen fast immer das ganze System.

Jüngere Männer erkranken eher nach längerer Unterkühlung (Baden, Fahrtwind) oder im Rahmen sexuell übertragbarer Krankheiten. Bei älteren Männern tritt das Malheur häufig auf, wenn die Blasenentleerung durch das Wachsen der Prostata gestört ist. Im Gegensatz zu Frauen wird der männliche Harnweginfekt ausnahmslos mit Antibiotika über einen längeren Zeitraum behandelt.

Das einfachste und billigste Mittel zur Vorbeugung ist viel Wasser zu trinken! Die Harnwege werden ausreichend durchgespült, die Bakterien können nicht "landen". Hinweis: Der Harn sollte wasserhell und nicht dunkel (konzentriert) sein.

Weitere Tipps:

  • Nach jedem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren.
  • Zur Hygiene keine Desinfektionsmittel bzw. Intimsprays verwenden, sondern nur hautschonende Seifen und reines Wasser.
  • Bei wiederkehrenden Blasenentzündungen besonders viel trinken und den Harn ansäuern - zum Beispiel mit Cranberry, Johannisbeersaft oder verdünntem Apfelessig.
  • Bei einschlägigen Beschwerden unbedingt den Arzt aufsuchen, der eine rasche Diagnose stellen kann und entscheidet, ob und welche Medikamente genommen werden müssen.

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