Sa, 18. August 2018

Dashcam an Bord

30.06.2016 11:14

Weltpremiere für den neuen Citroen C3

Stattliche 3,5 Millionen Mal hat sich der Citroen C3 seit seinem Debüt 2002 insgesamt verkauft. Kein Wunder also, dass die Franzosen ihrem besten Stück im Stall einen großen Auftritt gönnen und schon vier Monate vor der Publikumspremiere auf dem Pariser Auto-Salon und mehr als ein halbes Jahr vor der Markteinführung im Januar 2017 die dritte Generation des neuen Kleinwagens enthüllen.

"Es steht viel auf dem Spiel, denn bislang ist jeder fünfte Citroen, der in Europa verkauft wird, ein C3", sagt Linda Jackson, seit 2014 die Vorstandschefin der zum PSA-Konzern gehörenden Marke. Sie ist aber überzeugt, dass "das neue Citroen" mit der Neuauflage des 3,99 Meter langen Kleinwagens durchstarten und das Image der Marke verjüngen wird. Das könnte gelingen. In strahlend weißem Lack mit rot abgesetztem Dach und Plastikbeplankung rundum, den vom C4 Cactus bekannten seitlichen Airbumps sowie den weich gezeichneten, runden Formen wirkt der Neuling auf den ersten Blick eher wie der Nachfolger des DS3. Dynamisch zwar, ohne aber mit sportlichen Ambitionen und Power zu prahlen, verkörpert er mehr den urbanen Abenteurer. Oder einfach pure Lebensfreude. Ein Auto mit Charakter.

Man sieht: Wenn ein Volumenhersteller den Mainstream bedient - und das sei für Citroen immer noch das wichtigste Merkmal der Markenidentität, behauptet Linda Jackson -, dann muss das noch lange nicht dasselbe sein, was andere machen. Gegenüber dem Wettbewerb um Polo und Co. gibt er in jedem Fall eine gute Figur ab - mit der Einschränkung, dass es sich bei dem enthüllten C3 um die Topvariante handelt. In der Basisversion, die ohne weitere Extras für geschätzte gut 12.000 Euro an den Start gehen dürfte, sieht das Ganze ohne die Beplankung der Radläufe und Seitenschweller sowie Zweifarblackierung dann doch schon wesentlich nüchterner aus.

Auch im Innenraum versuchen die Franzosen ihrem Markenclaim "Be different, feel good" (Sei anders und fühl dich gut) gerecht zu werden und warten neben der Online-Navigation und dem großen Touchscreen mit einer echten Weltpremiere auf, die auf die anvisierte jüngere Klientel abzielt: Eine optional eingebaute, zwei Millionen Pixel starke HD- Dashcam hinter dem Innenspiegel erlaubt Videos und Schnappschüsse, die zusammen mit den GPS-Koordinaten zu Facebook und Co. hochgeladen werden können, worüber sich die Intensivtäter in den sozialen Netzwerken besonders freuen werden. Die Kamera filmt aber auch bei einem Unfall noch 90 Sekunden weiter, was vor allem einer besseren Aufklärung in Streitfällen dienen soll.

Neben der Wahlmöglichkeit unter vier verschiedenen Innenraum-Ambienten rund um das klar gegliederte Cockpit und den breiten waagrechten Instrumententräger überzeugt der neue C3 aber auch mit praktischen Werten. Er wird ausschließlich als Fünftürer angeboten und beschert bei fünf Sitzplätzen selbst den Hinterbänklern ausreichenden Reisekomfort. Mit einem Kofferraumvolumen von 300 Litern übertrifft er sogar den Polo, und wer möchte, kann sich für ein luftiges Raumgefühl ein großes Glasdach bestellen, das die bisherige Panorama-Windschutzscheibe ablöst.

Spurhalteassistent und Totwinkelwarner sind auf Wunsch jetzt auch bestellbar. Nur beim Antrieb ist alles beim Alten geblieben. Bei den Benzinern kommen ausschließlich Dreizylinder zum Einsatz, in der Basisversion der 1,0-Liter mit 68 PS und in den stärkeren Varianten der 1,2-Liter mit 82 PS oder 110 PS. An der Dieselfront steht der 1,6-Liter-Blue-HDi in den beiden Ausführungen mit 75 PS und 100 PS zur Wahl. Da Citroen mit dem C3 im kommenden Jahr in die Rallye-Weltmeisterschaft zurückkehren wird, dürfte in diesem Jahr aber auch noch die WRC-Variante fertig werden.

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