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29.06.2016 12:01

Neuer Porsche Panamera legt an Schönheit zu

Ein Auto, das in der Liga der Luxuslimousinen mit Superlativen aufwartet: Der neue Porsche Panamera wird die schnellste unter den Edel-Karossen, hat auf Wunsch einen Dieselmotor mit dem höchsten Drehmoment und bietet den größten Laderaum. Als Einziger kombiniert er zudem Allradantrieb mit Hinterachslenkung sowie Luftfederung. Und es wird auch eine zweite Karosserievariante geben.

Als die erste Generation des Panamera 2009 auf den Markt kam, musste sie einige Häme ertragen, darunter war die Bezeichnung "Buckelwal" noch eine der netteren. Sein für November avisierter, nun in Berlin vorgestellter Nachfolger ist noch immer nicht das optische Highlight der Palette, kommt aber eleganter, angriffslustiger und vor allem sichtbar sportlicher daher. Zunächst offeriert Porsche die Allrad-Versionen, unter denen die Variante mit "kleinem" Benzinmotor (2,9 Liter, 6 Zylinder, 440 PS) den vorläufigen Einstieg für 133.584 Euro markiert. Es gibt aber noch zwei weitere Motorisierungen: einen Diesel (4,0-Liter-Achtzylinder, 422 PS, 136.200 Euro) und als Spitzenmodell die Variante mit dem neuen 4,0-Liter-Achtzylinder-Benziner (550 PS) für mindestens 186.731 Euro.

Die neue Dynamik des Panamera zeigt sich schon bei der Frontpartie, die sich nun noch deutlicher an die der Ikone Porsche 911 anlehnt. Die Scheinwerfer strahlen serienmäßig mit Vier-Punkt-LED, gegen Aufpreis kann aber auch ein sogenanntes Matrix-LED bestellt werden. Die Motorhaube wirkt jetzt flacher, ist stärker gepfeilt und wird durch einen Quersteg optisch in die Breite gezogen, dabei ist der Panamera tatsächlich nur um 6 Millimeter breiter geworden. Das optische Sahnestück der komplett aus Aluminium gefertigten Außenhaut ist aber zweifellos das Hinterteil. Ein Leuchtenband verbindet die schmaleren LED-Rücklichter und dient auch als Dach für den Porsche-Schriftzug. Der ausfahrbare Heckspoiler sitzt tiefer als bisher, ist beim Turbo gut 40 Prozent größer und klappt dort beim Ausfahren erst auf seine volle Größe aus.

Eine Revolution für Porsche-Puristen bedeutet sicher die Umgestaltung des Innenraums, vor allem um den Fahrer herum. War die Mittelkonsole des Vorgängers noch mit Schaltern und Knöpfen überfrachtet, herrscht jetzt stilistische Klarheit. Geblieben ist allerdings wie immer bei Porsche der große analoge Drehzahlmesser direkt im Sichtfeld des Fahrers. Er wird von zwei LCD-Monitoren (je sieben Zoll) eingerahmt, die neben dem Tacho auch einen Ausschnitt der Navigationskarte abbilden können. Der 12,3-Zoll-Touchscreen beherrscht das Zentrum des Cockpits. Per Fingerdruck lässt sich hier eine Vielzahl von Einstellungen abarbeiten. Ob Klimaanlage, Navigation, Aktivierung der zahlreichen Assistenzsysteme oder der Zugang ins Internet. Derzeit koppelt sich der Panamera allerdings nur mit Apples iPhone. Eine Android-Version ist in Vorbereitung.

Die Liste der technischen Leckerbissen liest sich wie ein Katalog moderner Autobaukunst. Eine aktive Wankstabilisierung hält den Porsche immer in der Waagrechten, die Dämpfer lassen sich je nach Geschmack des Fahrers elektronisch justieren, der Bordrechner überprüft dabei ständig alle Systeme und optimiert in Bruchteilen von Sekunden das Fahrverhalten. Erstmals an Bord ist eine Luftfederung, die mit drei Kammern arbeitet. Aus dem 918 Spyder und dem Porsche 911 Turbo wurde die Hinterachslenkung übernommen. Je nach Geschwindigkeit schlagen die rückwärtigen Räder bis zu drei Grad parallel oder entgegensetzt zu ihren Front-Pendants ein. Allradantrieb ist derzeit bei allen Modellen an Bord. Eine heckgetriebene Einstiegsvariante folgt später.

Bei den Assistenzsystem hat der Panamera die Lücke zu den anderen Luxuslimousinen deutlich verkleinert. Ein Nachtsichtassistent erkennt dank einer Wärmebildkamera in der Dunkelheit verborgene Menschen und Tiere, das Abstandsradar arbeitet mit dem Navi zusammen und errechnet für die nächsten drei Kilometer die optimale Verzögerung oder Beschleunigung. Es wählt auch vorausschauend die richtige Stufe der brandneuen ZF-Achtgang-Doppelkupplungsautomatik, erkennt kommendes Gefälle und bereitet spritsparendes Segeln vor. Kurven werden dabei ebenso berücksichtigt wie Tempolimits.

All das ist verpackt in ein edles Ambiente mit teurer wirkenden Materialien. Die Aufpreisliste, ein wie immer recht dickes Taschenbuch, hält alles bereit, was das Reisen in einem Panamera weiter versüßt. Auch wenn die meisten künftigen Nutzer wohl selbst hinterm Steuer sitzen werden, ist selbst der Fond eine Augenweide. Da der Radstand um drei Zentimeter wuchs, kommt das Knie eines Hinterbänklers nicht mehr mit der Rückseite des Vordersitzes in Kontakt. Ebenfalls vergrößert wurde der Kofferraum hinter der hochschwingenden Heckklappe, der sich durch Umklappen der hinteren Sitzmöbel auf 1304 Liter vergrößern lässt. Ein Vorteil, den die klassischen Edel-Limousinen der Konkurrenz nicht bieten.

Der neue Panamera startet in drei Versionen. Die Kraftentfaltung reicht von 440 PS beim 2,9-Liter-Sechszylinder über den  Achtzylinder-Diesel (422 PS) bis zum Spitzenmodell mit 550 PS und Vier-Liter-Achtzylinder. Letzteres kann im Teillastbetrieb vier Zylinder stilllegen (spart bis zu 30 Prozent Sprit) und ist mit einem Einstiegspreis von 153.011 Euro auch die teuerste Variante. Da die vielen netten und nützlichen Extras stets eigens bezahlt werden müssen, lassen sich auf den Grundpreis aber immer noch locker 10.000 bis 30.000 Euro hinzuaddieren. Im nächsten Jahr folgen gleich zwei Modelle mit Plug-in-Hybrid (Kombination aus Benziner und Elektromotor) und ein noch stärkerer Turbo mit gut 600 PS. Aber Porsche hat noch eine weitere Überraschung in petto: Die Zuffenhausener arbeiten an einer Kombi-Version im Stil eines Shooting Break. Der hatte als Concept Car für Messefurore gesorgt.

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