Je länger die ORF-Krise dauert, desto mehr entsteht der Eindruck, es gebe in der Affäre nur Opfer.
Allen voran natürlich der unter merkwürdigen Umständen abgetretene ORF-General Roland Weißmann. Der tut sich, wie man lesen kann, unendlich leid.
Leid tun sich dem Vernehmen nach auch die beiden obersten Stiftungsräte. Sie hätten doch nur das Beste für den ORF gewollt.
Am Ende tut sich sogar noch der um seine Millionenpension bangende ORF-Manager Pius Strobl leid?
Bezeichnend ist bei der ganzen Geschichte allerdings, dass über die Frau, um die es eigentlich geht, weil sie sexuell belästigt worden sein soll, am allerwenigsten geredet wird.
Vielleicht sind aber wirklich alle Beteiligten der aktuellen ORF-Krise in gewisser Weise auch Opfer? Opfer eines abgeschlossenen Systems im ORF-Zentrum auf dem Küniglberg, wo man den Bezug zur Welt draußen verloren hat.
Es ist wohl auch kein Zufall, dass sich in den Vorgängen im ORF diverse Praktiken aus den politischen Parteien spiegeln: die Feindseligkeiten, die Eifersucht, oft ungesunde Nähe und Vorgänge, die mit Geld und Karriere zu tun haben.
Und so wie sich in Parteien fast alles um die Partei und ihre Funktionäre dreht, ging es zuletzt im ORF nur noch um den ORF selbst.
In diesem kränklichen Zustand verlieren die einen ihre Wähler und die anderen ihre Seher und Hörer oder ihre Glaubwürdigkeit.
Schadenfreude ist freilich fehl am Platz. Weil heil kommt da keiner raus.
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