Blanko-Verträge und fehlende Zuschläge! Systematischer Lohnraub auf einer Baustelle lässt die Arbeiterkammer Alarm schlagen. Seit fast drei Jahren beschäftigt ein Bauunternehmen im burgenländischen Bezirk Mattersburg bereits Rechtsexperten.
Die Machenschaften der Firma sind vielfältig: Zunächst wurde ein betroffener Arbeitnehmer unter Kollektivvertrag entlohnt. Nach einer außergerichtlichen Intervention erhielt er 1800 Euro. Kurz später musste auch für einen betroffenen Lehrling Geld erstritten werden. Im Vorjahr wurde in sieben weiteren Fällen durch gerichtliche Vergleiche mehr als 41.000 Euro für die Arbeitnehmer erkämpft. Alle verließen inzwischen das Unternehmen.
„Konkret ging es um fehlende Sonderzahlungen, nicht abgegoltene Mehr- und Überstunden sowie ausstehende Taggelder. Außerdem wurde unter Kollektivvertrag entlohnt. Manche Arbeitnehmer berichteten von Ungereimtheiten bei Dienstzetteln, die sie blanko unterschreiben sollten. Meldungen bei der Bauarbeiterurlaubs- und Abfertigungskassa blieben jedoch aus“, resümiert AK-Fachfrau Jeanine Szalay.
Höhere Strafen gefordert
Für die Arbeiterkammer ein typischer Fall von Lohn- und Sozialdumping. Durch die kollektivvertragliche Unterentlohnung, nicht ausbezahlte Sonderzahlungen, Urlaubsersatzleistungen sowie Über- und Mehrstunden handelt es sich nicht nur um Lohnraub, sondern auch um Sozialbetrug. „Zum einen bringen solche Firmen hart arbeitende Menschen um ihr Einkommen. Außerdem fehlen die Leistungen bei der Pensionshöhe. Zum anderen schädigen sie ehrliche Unternehmen und prellen den Staat um viel Geld, das bei der angespannten Budgetsituation dringend gebraucht würde“, kritisiert AK-Präsident Gerhard Michalitsch.
Eine Studie belege, dass Strafen gegen Lohn- und Sozialbetrug zu niedrig seien und nicht ausreichend abschreckend wirken. „Damit manche Unternehmen Strafen nicht als Geschäftsmodell einpreisen können, müssen Strafen dringend erhöht werden!“
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