Nach der Tragödie

Manningers Unfallort kriegt noch keine Schranken

Salzburg
20.04.2026 07:00

Bei einer Kollision mit der Salzburger Lokalbahn verlor der Nationalteam-Torhüter Alexander Manninger (48) sein Leben. An der Bahnstrecke selbst sollen heuer mehrere Eisenbahnkreuzungen aufgerüstet werden – nicht dabei ist die Unfallstelle in Nußdorf. Dabei zeigt die Statistik, wie gefährlich Bahnübergänge ohne Schranken sind.

Der Unfalltod des international bekannten Salzburger Ex-Profifußballers Alexander Manninger am Donnerstag schockierte Land und Leute. Wie berichtet wurde der Pkw des 48-Jährigen auf einem unbeschrankten Bahnübergang im Nußdorfer Ortsteil Pabing von einer Garnitur der Salzburger Lokalbahn erfasst und mitgeschliffen. Trotz rascher Notversorgung verstarb der zweifache Vater noch an Ort und Stelle.

Salzburger Lokalbahn fährt von Ostermiething bis zum Salzburger Hauptbahnhof.
Salzburger Lokalbahn fährt von Ostermiething bis zum Salzburger Hauptbahnhof.(Bild: Andreas Tröster)

„Der schreckliche Unfall von Alexander Manninger ruft uns in Erinnerung, dass wir uns bei Eisenbahnkreuzungen ohne Schranken immer vorher vergewissern, ob ein Zug kommt“, betont Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich. Der Experte erklärt: „Ein Zug hat einen rund zehnmal so langen Bremsweg wie ein Auto.“

46 Bahnübergänge

Das ist die Anzahl der Bahnübergänge auf der Strecke der Salzburger Lokalbahn von Ostermiething bis zum Hauptbahnhof. Sieben der Eisenbahnkreuzungen  haben weder Rotlicht noch Bahnschranken.

Züge können von rechts oder links kommen – ein Missachten von Stopp-Tafel oder Lichtzeichen ist „lebensgefährlich“, so Gratzer. Das veranschaulichen Zahlen des VCÖ: Über das Jahr 2024 hat es österreichweit 43 Verkehrsunfälle an Eisenbahnkreuzungen gegeben – mit 54 Verletzten und vier Todesopfern.

Nur zwei dieser 43 Unfälle ereigneten sich an Bahnübergängen mit Schranken. Bei 21 der 43 Unfällen gab es zumindest eine Lichtsignalanzeige, bei den restlichen 20 Unfällen waren die Bahnübergänge technisch nicht gesichert – nur Andreaskreuz und Stopp-Tafel.

Sieben Bahnübergänge werden heuer ausgebaut
Dass „möglichst viele Eisenbahnkreuzungen mit Schranken“ ausgerüstet werden sollen, steht für die Experten außer Frage. Heuer sollen auch einige Bahnübergänge an der Lokalbahnstrecke aufgerüstet werden, heißt es von der zuständigen Salzburg AG: Von 46 Eisenbahnkreuzungen sind sieben technisch nicht gesichert, 39 haben zumindest ein Rotlicht.

Sieben Übergänge mit Lichtzeichen bekommen ab September einen Schranken. 2027 sollen weitere folgen. Der Bahnübergang an Manningers Unfallstelle ist aber (noch) nicht in den Ausbau-Plänen enthalten. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Salzburg

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung