So, 24. Juni 2018

"Freund des IS"

28.12.2015 10:21

Anonymous vs. Erdogan: Türkei unter Cyber-Beschuss

Die Türkei erlebt seit Wochen immer stärker werdende Cyberangriffe auf Websites und Online-Angebote, darunter die Internetpräsenzen von Banken und Behörden. Glaubte man anfangs, die Attacken seien Russlands Antwort auf den Abschuss eines Kampfjets, ist nun der wahre Urheber der Attacken bekannt: Anonymous. Das Hacker-Kollektiv hat erklärt, die Angriffe seien die Strafe dafür, dass die Türkei die Terrororganisation IS unterstütze - etwa durch den Kauf von Öl. Die Hacker fordern: "Stoppt diesen Irrsinn jetzt!"

Die Hacker hatten in den letzten Tagen und Wochen Zigtausende Websites mit sogenannten DDoS-Attacken in die Knie gezwungen. Allein in der Woche zwischen 14. und 21. Dezember sollen 400.000 türkische Websites offline gegangen sein, berichtet das Nachrichtenportal "The Independent". Die Attacke aus dem Netz war so stark, dass sich die Regierung zeitweise dazu gezwungen sah, alle Verbindungen aus dem Ausland zu blockieren.

Der Grund: Anonymous setzte für seine Kampagne ein Netzwerk aus unzähligen infizierten Computern auf der ganzen Welt ein, ein sogenanntes Botnetz. Es bombardierte auf Kommando türkische Websites so lang mit Anfragen, bis diese unter der Last den Dienst quittierten. Durch die Sperre ausländischer Zugriffe gelang es der Türkei, die Intensität der Angriffe zu verringern. Allerdings sollen auch zumindest 50.000 Rechner in der Türkei an den Attacken mitgewirkt haben, schreibt die Zeitung "International Business Times". Zum Erliegen kamen die Attacken durch die Notwehrmaßnahme aus Ankara also auch nicht.

Anonymous bekannte sich zu DDoS-Attacken
Vermutete Erdogans Regierung zu Beginn der Cyber-Attacken noch Russland hinter den Angriffen, hat sich nun das Hacker-Kollektiv Anonymous dazu bekannt. In einem mittlerweile wieder gelöschten YouTube-Video haben die Aktivisten dem IT-Portal "Digital Trends" zufolge erklärt, die Angriffe seien die Strafe dafür, dass die Türkei den IS unterstütze - etwa durch den Kauf von Öl aus den von der Terrororganisation besetzten Gebieten, den auch Russland den Türken bereits zum Vorwurf gemacht hat. Auch die aus Sicht der USA zu schlecht gesicherten Grenzen zu Syrien, die IS-Kämpfern die Einreise ins Kriegsgebiet erleichtern, könnten als Unterstützung für die Terroristen ausgelegt werden.

Die Hacker wollen die Türkei nun zum Einlenken zwingen. "Liebe Regierung der Türkei, wenn ihr nicht damit aufhört, ISIS zu unterstützen, werden wir weiterhin euer Internet attackieren, eure Root DNS, eure Banken, und eure Regierungs-Websites offline nehmen", heißt es in der Botschaft. Sollte kein Kurswechsel stattfinden, müsse Erdogan mit dem schlimmsten rechnen. "Wir werden eure kritische Banken-Infrastruktur zerstören", drohen die Hacker - und geben der Türkei die Wahl: "Stoppt diesen Irrsinn jetzt. Euer Schicksal liegt in euren Händen!"

Das Hacker-Kollektiv Anonymous hatte nach den Terroranschlägen von Paris mit rund 130 Toten Rache geschworen und der Terrormiliz IS und ihren Unterstützern den Krieg erklärt.

Hier die Videobotschaft, mit der alles begann:

Lesen Sie auch:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.