Regierungsberater

„Unternehmen brauchen Anreiz für Gasreserven“

Wirtschaft
21.04.2026 19:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Koordinationsgremium hat der Regierung empfohlen, die Erdgasreserven in Österreich zu verlängern. Unternehmen könnten zudem mit einem Anreizsystem dazu bewogen werden, eigene Gasreserven anzulegen, sagte Berater Peter Vorhofer am Dienstag.

„Je mehr Betriebe das selbst machen, desto robuster wird das Gesamtsystem“, begründete er. Der derzeit niedrigere Erdgaspreis sei ein Vorteil. 

Zur strategischen Gasreserve liegt bereits ein Entwurf vor, laut dem diese um zwei Jahre verlängert werden könnte – und zwar bis April 2029. Die österreichische Gasreserve besteht bisher aus 20 Terawattstunden (TWh), was rund ein Viertel des jährlichen Gasverbrauchs ist. Die Regierung ist sich derzeit über die Notwendigkeit einig, nicht aber über die Finanzierung.

„Die Gasversorgung hat sich seit 2022 grundlegend verändert. Österreich ist heute breit diversifiziert – insbesondere durch Lieferungen aus Norwegen sowie LNG-Importe etwa aus den USA und dem Vereinigten Königreich. Gleichzeitig bestehen Abhängigkeiten von globalen Märkten und geopolitischen Entwicklungen“, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Keine Versorgungsengpässe bei Gas und Kerosin
Aus der EU heißt es, dass es noch keine Versorgungsengpässe gebe, aber eine zunehmende Verknappung bei Erdgas, Flugkraftstoff und Diesel. Beim Flugsprit Kerosin sei die Versorgungslage hierzulande dank der Produktion in der Raffinerie Schwechat „sehr gut“, sagte Regierungsberater Vorhofer. Sein Gremium schlug vor, die strategische Gasreserve zu verlängern, sowie einen Erdgasvorrat in Kraftwerken und durch Unternehmen anzulegen. Dabei gehe es darum, dass die Folgen der Sperre der Straße von Hormuz nicht oder nur in abgeschwächter Form eintreten würden, sagte Vorhofer.

„Die Treibstoffvorräte für kommerzielle Flugzeuge stehen in Teilen Europas unter Druck (...) Zum jetzigen Zeitpunkt kommt der Markt jedoch mit dem Druck zurecht, und es gibt keine Anzeichen für tatsächliche Engpässe“, meinte auch EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas.

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