Spar-Regale leer

HiPP: „Externer krimineller Eingriff“ bei Babybrei

Österreich
18.04.2026 16:35

Ist mein kleines Kind in Gefahr? Eine Frage, mit der vermutlich viele Eltern am Samstag aufgewacht sind. Sämtliche HiPP-Produkte wurden bei Spar und Maximarkt kurzfristig aus den Regalen entfernt. Die Polizei ermittelt, es wurde von möglicher „Lebensgefahr“ gesprochen. In anderen Supermärkten gab es die Produkte trotzdem nach wie vor zu kaufen.

Bei Eltern von Babys und Kleinkindern sorgt der nächste Rückruf von Babynahrung – schon zu Beginn des Jahres war vergiftete Babymilch  eingezogen worden – verständlicherweise für Verunsicherung. Freitag spätabends hatte der Babynahrungs-Hersteller HiPP in einer Aussendung bekannt gegeben, dass der Verzehr eines bestimmten Gläschens, nämlich „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ (190 Gramm) möglicherweise durch einen eingebrachten gefährlichen Stoff manipuliert wurde und demnach „lebensgefährlich“ sein könne – krone.at berichtete.

„Externer krimineller Eingriff“
Samstagnachmittag erklärte ein HiPP-Sprecher der dpa: „Nach derzeitigem Kenntnisstand handelt es sich um einen externen kriminellen Eingriff.“ Mehr könne man nach wie vor nicht sagen.

Der Salzburger Landesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ) warnte, dass die Produkte nicht nur Säuglinge betreffen könnten – sondern auch ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Gläschen auch in Pflege- und Betreuungseinrichtungen verzehrt werden könnten.

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Entsprechende Gläser könnten im burgenländischen Bereich aufgetaucht sein. Bisher haben wir noch nichts entdeckt.

Burgenlands Polizeisprecher Helmut Marban zur APA

Die Landespolizeidirektion Burgenland übernahm die Ermittlungen. Die infrage kommenden Produkte seien mit einer „am Glasboden angebrachten Markierung in Form eines weißen Aufklebers mit einem roten Kreis“ erkennbar. Verdächtige Produkte und Hinweise können der Exekutive unter +43 59 13310 – Durchwahl 3333 gemeldet werden.

Das angeblich betroffene HiPP-Glas ist in anderen Geschäften nach wie vor erhältlich.
Das angeblich betroffene HiPP-Glas ist in anderen Geschäften nach wie vor erhältlich.(Bild: Stefan Steinkogler)

Servicehotline für besorgte Eltern funktioniert endlich
Man verstehe die Sorgen, die die Meldung auslöst, verlautbarte HiPP Samstagmittag: „Wenn ein Kind keine Beschwerden zeigt, besteht kein Anlass zur Sorge.“ Sei dies doch der Fall, solle man sich an eine „medizinische Notfallstelle“ wenden. Um welchen gefährlichen Stoff es sich handelt, wollte man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht kommunizieren. Anrufe beim „HiPP-Elternservice“ (+437612/76577-104) landeten im Nirgendwo, die normalerweise nur werktags besetzte Hotline dürfte aber Samstagmittag geöffnet worden sein. Nach sechs Minuten in der Warteschleife hob bei einem Test durch die „Krone“ tatsächlich eine Mitarbeiterin ab. 

HiPP informierte die Kunden von Spar mittels Informationszetteln an den Regalen.
HiPP informierte die Kunden von Spar mittels Informationszetteln an den Regalen.(Bild: Stefan Steinkogler)

Nur bei Spar wurden Gläser aus dem Sortiment genommen
Während bei einem Rundgang der „Krone“ in diversen Bipa-, Billa- und Müller-Filialen ganze Regalreihen voll mit sämtlichen bekannten HiPP-Produkten waren (auch das angeblich betroffene Glaserl mit Karotten und Kartoffeln lässt sich dort nach wie vor käuflich erwerben), klaffte in den Spar-Filialen des Landes ein großes Loch. Noch vor der Ladenöffnung am Samstag wurden alle Produkte der Marke auf Anordnung der Zentrale entfernt, Hinweiszettel für Kunden an die Regale geklebt. Und das, obwohl man, so eine Sprecherin, das betroffene Produkt nicht im Sortiment habe. 

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In jenem Fall geht es um keine konkreten Chargennummern. Bitte gehen Sie auf Nummer sicher und geben Sie alle bei uns gekauften HiPP-Produkte zurück.

Spar-Mitarbeiter aus Wien

„Bitte gehen Sie auf Nummer sicher!“
Als die „Krone“ einen Mitarbeiter in einer Wiener Spar-Filiale fragt, warnt der: „Bitte gehen Sie auf Nummer sicher, das ist kein Spaß!“ Man solle alle HiPP-Produkte, unabhängig von einer Chargennummer oder einem bestimmten Gläschen, in die Filialen bringen. Ob mit oder ohne Rechnung, sei egal. Er selbst könne nicht sagen, was genau passiert sei: „Wir wurden darüber nicht informiert.“ Als er hört, dass bei der Konkurrenz nach wie vor HiPP-Gläser in den Regalen stehen, wirkt er überrascht. Bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sind bis Samstagmittag jedenfalls keine verdächtigen Proben eingetroffen.

Foodwatch übt heftige Kritik an Verantwortlichen
Klar ist: Offene Kommunikation mit möglicherweise Betroffenen sieht anders aus. Das kritisiert auch Foodwatch Österreich in einer Aussendung. Der Hersteller müsse „alle relevanten Informationen vollständig, klar und öffentlich kommunizieren“, auch wenn zu berücksichtigen sei, dass bei laufenden Ermittlungen bisher nicht alle Informationen vollständig vorliegen würden. „In einer solchen Situation gilt das Gebot höchstmöglicher proaktiver Transparenz“, betont Foodwatch-Leiterin Indra Kley-Schöneich.

Eine Tatsache, die besorgten Kundinnen und Kunden am Freitagabend und Samstagvormittag in der Kommunikation gefehlt hat.

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