Mo, 20. August 2018

"DroidJack"

29.10.2015 09:01

Razzien gegen Käufer von Android-Schnüffelsoftware

Bei einer groß angelegten Razzia in Deutschland ist die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen Käufer der Android-Spyware "DroidJack" vorgegangen. In mehreren Bundesländern durchsuchten Polizeibeamte die Wohnungen von 13 Tatverdächtigen. Ihnen wird das verbotene Ausspähen von Daten und Computerbetrug vorgeworfen. Auch in Großbritannien, Frankreich, Belgien und der Schweiz fanden Durchsuchungen statt.

"DroidJack" sei kein legales Werkzeug, mit dem beispielsweise IT-Firmen Sicherheitstests vornehmen könnten, erklärten die Strafverfolgungsbehörden. Das Programm diene ausschließlich dazu, kriminelle Handlungen zu begehen. "Mit der Schadsoftware können unter anderem der Datenverkehr überwacht, Telefongespräche und Umgebungsgespräche heimlich abgehört sowie mit der Smartphone-Kamera heimlich Bildaufnahmen gefertigt werden", so die Generalstaatsanwaltschaft in einer Mitteilung.

Schnüffelsoftware fängt mobile TAN-Nummern ab
Außerdem könnten von dem infizierten Gerät Telefonate initiiert sowie SMS versandt, Daten eingesehen und verändert sowie der Standort des Smartphones lokalisiert werden. Die Schadsoftware sei insbesondere beim Phishing im Online-Banking von erheblicher Bedeutung, da man mit ihr die mobilen TAN-Nummern der Banken abfischen könne.

Über Apps in Umlauf gebracht
Die Tatverdächtigen in Deutschland im Alter zwischen 19 und 51 Jahren sollen seit 2014 "DroidJack" im Internet gekauft und dann unter anderem über manipulierte Apps und Spiele in Umlauf gebracht haben. Die Schadsoftware sei so konstruiert, dass sie auch von versierten Smartphone-Nutzern nicht ohne weiteres entdeckt werden könne.

Drahtzieher vermutlich in Indien
Der eigentliche Anbieter der Software gebe sich im Netz nicht offen zu erkennen und sitze vermutlich in Indien, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle der Deutschen Presse-Agentur.

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