Trotz Waffenruhe
UNO-Soldat bei Angriff im Libanon tödlich verletzt
Trotz der vereinbarten und eigentlich seit Freitag geltenden Waffenruhe im Krieg zwischen dem Libanon und Israel ist am Samstag ein französischer UNO-Soldat bei einem Angriff im Südlibanon ums Leben gekommen.
Drei weitere französische Blauhelmsoldaten des UNIFIL-Kontingents seien bei dem Angriff verletzt worden, teilte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit. Es deute alles darauf hin, dass die pro-iranische Hisbollah „für diesen Angriff verantwortlich ist“.
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam verurteilte den Angriff und ordnet eine Untersuchung des Vorfalls an. Die UNIFIL ist seit Jahrzehnten zwischen Israel und dem Süden des Libanon im Einsatz. An der Mission sind auch rund 180 österreichische Soldaten beteiligt.
Brüchige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon
Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge seit Beginn der Waffenruhe mehrfach mutmaßliche Hisbollah-Mitglieder angegriffen, die sich im Süden des Nachbarlandes israelischen Soldaten genähert haben sollen. Sie hätten gegen eine unmittelbare Bedrohung für die Soldaten dargestellt, teilte das Militär mit.
Israel sei im Rahmen der Waffenruhe-Vereinbarung dazu berechtigt, sich zu verteidigen, hieß es in der Mitteilung weiter. „Um die Bedrohung zu beseitigen, führte die israelische Luftwaffe gemeinsam mit Bodentruppen präzise Angriffe auf die Terroristen durch.“ Auch Artilleriefeuer sei eingesetzt worden. Als Reaktion auf die Bedrohungen habe das Militär im Südlibanon auch Anlagen ins Visier genommen, die von der Hisbollah für Angriffe genutzt worden seien.
Israel will alle Häuser in grenznahen Dörfern zerstören
Israelische Soldaten sind weiterhin im Südlibanon stationiert. Offiziell spricht das Land von einer sogenannten „Sicherheitszone“, um Nordisrael vor Angriffen der Hisbollah zu schützen. Vertriebene Bewohner können derzeit nicht in die Gegend zurückkehren. Israelischen Angaben zufolge sollen zudem alle Häuser in grenznahen Dörfern im Südlibanon zerstört werden. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz begründete dieses äußerst umstrittene Vorhaben damit, dass die Hisbollah die Gebäude für ihre Zwecke nutzen soll.









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