Wer im globalen Wettbewerb bestehen will, sollte fokussierter handeln. Das gilt gerade für kleinere Regionen wie Kärnten, für die Demographie und Fachkräftemangel besonders große Herausforderungen darstellen.
Rund eine Milliarde Euro fließen jedes Jahr in Kärnten in die Forschung – kein Euro zu viel, wenn man nicht immer globalen Entwicklungen hinterherlaufen will. Dass davon aber mehr als 70 Prozent von einem einzigen privaten Unternehmen – dem Halbleiter-Weltkonzern Infineon – kommen, zeigt, wie wichtig die richtige Standortpolitik ist. Ohne die passenden Rahmenbedingungen hätte der Chip-Produzent sich vielleicht woanders niedergelassen.
Daher ist die Fokussierung auf die eigenen Stärken, auf wenige Spezialbereiche, wohl der einzige Weg für Regionen wie Kärnten, auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Denn wenn man alles können, überall vorn mitspielen will, läuft man schnell Gefahr, dass Finanzen und Ressourcen zu dünn gestreut sind – besonders mit Blick auf die demographische Entwicklung und den Fachkräftemangel.
Eine dieser Stärken kann der neu entstandene Wirtschaftsraum mit der Steiermark sein, deren Unternehmen und Forschungseinrichtungen ebenfalls in der Mikroelektronik über viel Kompetenz verfügen. Da wirkt der Streit zwischen Bund und Ländern über die Frage, wer nun für eine gemeinsame Lösung der „Ticket-Frage“ zahlen soll, etwas kurzsichtig.
Denn solche einmaligen Chancen, wie die Koralmbahn, müssen erst einmal genutzt werden – auch damit die Vision des alpinen „Silicon Valley“ weiter Form annimmt. Und vielleicht findet dann auch das nächste Infineon den Weg ins schöne Kärnten und erobert aus dem Land der Berge und Seen heraus die globalen Märkte ...
In den kommenden zwei Jahren stehen auf Gemeinde- und Landesebene Wahlen an. Aber auch abseits demokratischer Prozesse sollte die Meinung der Kärntnerinnen und Kärntner wieder mehr Gewicht bekommen.
Unsere Umfrage soll eine Basis dafür sein, dass auch wir besser verstehen, was Sie, liebe Leserinnen und Leser, bewegt. Denn nur dann können wir die richtigen Fragen stellen und die Probleme benennen. So wie bei einem gemeinsamen Koralm-Ticket ...
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