Nach fünf Jahren schritten die Kärntner Landwirte (und ihre Angehörigen) wieder zur Urne: Bei der Landwirtschaftskammerwahl durften rund 62.500 Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben. 36,24 Prozent nahmen ihr Recht wahr. Große Gewinner sind die Freiheitlichen, aber auch der Bauernbund gewinnt leicht dazu.
Schon 2021 lag die Wahlbeteiligung bei der Landwirtschaftskammerwahl bei knapp über einem Drittel. Heuer konnte aber der große Trend anderer Wahlen von Interessenvertretungen aber gebrochen werden: 36,24 Prozent der gut 62.500 Kärntner Landwirten und ihren Angehörigen, die zusammen 9000 Kärntner Agrar-Betriebe repräsentieren, schritten am Sonntag zur Urne. Ein leichtes Plus zu den 36 Prozent von 2021.
Das liegt sicher auch an dem großen Duell zwischen dem Kärntner Bauernbund und den Freiheitlichen Bauern. Die kleineren Fraktionen litten darunter allerdings. Besonders Landevize und Agrarreferent Martin Gruber zeigte sich über die gestiegene Wahlbeteiligung erfreut: „Das ist die einzige Interessenvertretung, wo sie steigt. Und das trotz der großen Umbrüche.“
Leichtes Plus für Bauernbund
Mit 46,31 Prozent hatte sich Spitzenkandidat Siegfried Huber mit dem Bauernbund 2021 noch genau die Hälfte der 36 Mandate sichern können – jetzt sind es sogar 47,1 Prozent. Damit hält er seine 18 Mandate. „Ich bin mehr als glücklich, dass wir uns in dem sehr spannenden Wahlkampf von fünf gegen eins behaupten konnten“, freut sich der LWK-Präsident darüber, „in schwierigen Zeiten“ die Mandate halten zu können.
„So stark wie seit 25 Jahren nicht mehr“
Der große Gewinner des Abends sind allerdings die Freiheitlichen Bauern: Aus ihren 20,53 Prozent von vor fünf Jahren und sieben Mandaten wurden 26,2 Prozent und zehn Sitze in der Generalversammlung. Das Minus von 2021 konnte damit vollständig wieder aufgeholt werden. „Wir sind der größte Wahlgewinner und so stark wie seit 25 Jahren nicht mehr“, freut sich LWK-Vize Roman Linder. „Ich bin dankbar und stolz. Gratulation aber an alle Fraktionen. Hut ab, wer sich für die Bäuerinnen und Bauern heutzutage einsetzt.“
Ich wünsche mir eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, weil es um die Interessen der Bäuerinnen und Bauern geht.
Landesvize Martin Gruber
Fast gleichauf lagen 2021 die SPÖ Bauern und die SJK mit 10,89 und 11,66 Prozent der Stimmen, was beiden Fraktionen jeweils vier Mandate einbrachte. Bei der jetzigen Wahl schnitten sie allerdings verschieden gut, verloren haben beide. Die SJK kommt auf 10,9 Prozent, hält ihre vier Mandate, die SPÖ-Bauern verlieren stärker und landen bei 8,5 Prozent und verlieren einen Sitz.
„Ich bin überglücklich, dass wir uns zwischen den Platzhirschen gehalten haben. Kärnten bleibt bunt, schön, dass es weiter eine Fraktion gibt, die unsere zweite Landessprache spricht“, zeigt sich SJK-Spitzenkandidat Marjan Cik sichtlich erleichtert. Ralph Dörflinger von den SPÖ-Bauern gibt sich gefasst: „Ich will mich herzlich bei allen Wählern bedanken. Leider hat es nicht so funktioniert. Es ist unser Auftrag, mitzuarbeiten und zu helfen.“
Für die große Überraschung hatte bei der letzten Wahl Heimo Urbas mit seiner eigenen Liste gesorgt – besonders auf Kosten der Freiheitlichen. Aus dem Stand klappten 5,98 Prozent der Stimmen und damit zwei Mandate. Heuer ging es nicht ganz so gut – 4,7 Prozent und nur mehr ein Mandat. „Wir sind keine Gewinner, aber auch keine Verlierer, wir werden uns weiter konstruktiv einbringen“, betont Eberhard Herrmann, der sein Mandat verliert.
Und bei den Grünen ging sich der Wunsch nach einer Verdoppelung der Mandate deutlich nicht aus: Sie hatten 2021 mit 4,63 Prozent ihr Mandat gehalten. Diesmal rutschen sie auf 2,6 Prozent ab – den Sitz verlieren sie damit auch. „Das Ergebnis ist enttäuschend, aber ich möchte mich trotzdem bei den Wählern bedanken und den Mitbewerbern gratulieren“, nimmt es Karlheinz Gigler sportlich.
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