Wandern mit traumhafter Aussicht, rasante Abfahrten mit den Mountaincarts und jede Menge Tiroler Schmankerln: Die Kitzbüheler Alpen haben auch im Herbst einiges zu bieten. Für unseren Reisecheck habe ich drei Tage lang die Region erkundet und ausprobiert, welche Erlebnisse sich besonders lohnen und wie einfach man dabei auch ohne Auto unterwegs ist.
Mit Begleitung reise ich von Wien über Wörgl nach Hopfgarten. Rund fünfeinhalb Stunden dauert unsere unkomplizierte und direkte ÖBB-Fahrt. Vom Bahnhof Hopfgarten Berglift sind es etwa fünf Gehminuten zu unserem vier Sterne Hotel, dem Hohe Salve Sportresort.
Mein Tipp: Die Gästekarte unbedingt schon bei der Anreise beim Hotel anfordern! Damit fährt man ab Wörgl mit den regionalen Nahverkehrszügen kostenlos weiter und kann über die ganzen Kitzbüheler Alpen viele Bus- und Zugverbindungen ohne zusätzliche Kosten nutzen. Achtung: Railjet, IC und EC sind ausgenommen.
Wer am Freitag nach St. Johann fährt, kann gleich beim Wochenmarkt am Hauptplatz vorbeischauen. 2026 findet er noch bis 20. November jeweils von 9 bis 16 Uhr statt, ausgenommen Feiertage. Von Bauernbrot und Käse bis zu Germkiachl und Brodakrapfen gibt es einiges zum Durchkosten und das haben wir natürlich sehr ernst genommen. Bei unserem Besuch ist der Markt gut besucht, aber nicht überlaufen. Natürlich wurde auch der selbstgemachte Sturm unter die Lupe genommen und wir wurden nicht enttäuscht.




Wer danach Lust auf Kaffee und etwas Süßes hat, sollte bei der Krämerei – Coffee, Sweets & Softeis vorbeischauen. Hier wird vieles selbst gemacht, von Cookies und Törtchen bis zu verschiedenen Getränken. Auch das liebevoll eingerichtete Lokal ist ein echter Geheimtipp und noch ziemlich unentdeckter Instagram-Spot.
Mario Kart auf drei Rädern
Danach geht es mit der Harschbichlbahn auf 1604 Meter. Oben wartet ein traumhafter Blick auf das Kaisergebirge sowie die Loferer und Leoganger Steinberge. Doch statt gemütlich mit der Gondel zurückzufahren, steigen wir an der Mittelstation auf Mountaincarts um.
Helm auf und los geht's! Auf drei Rädern düsen wir 3,8 Kilometer durch Wiesen, Wälder und jede Menge Kurven. Ich fühle mich jedenfalls ein bisschen wie bei Mario Kart. Nur ohne Bananenschalen und dafür mit einer herrlichen Bergkulisse.
Mein Tipp: Die Fahrt kostet für Erwachsene in der Nebensaison 20 Euro, inklusive Bergbahn 35 Euro. Leihhelm ist dabei. Vom Bahnhof erreicht man die Talstation übrigens in rund 15 Gehminuten. Die Mountaincarts sind 2026 noch bis 26. Oktober täglich in Betrieb.
Eine Stelze zum Abschluss
Am Abend geht's ins Gasthaus Oberbräu in Hopfgarten. Dort lassen wir uns eine riesige Stelze für zwei schmecken, die direkt am Tisch vom Chefkoch aufgeschnitten wird. Hervorragendes Essen, freundlicher Service und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein gelungener Abschluss unseres ersten Tages! Kleiner Tipp: Unbedingt vorbestellen!
Unser erster Stopp ist die Brennerei Erber, und die ist etwas ganz Besonderes: Sie gilt als älteste Kupferkesselbrennerei Tirols und stellt bereits seit 1651 Schnaps her. Bei einer eigens für uns organisierten privaten Führung erfahren wir, wie aus Obst hochwertige Edelbrände und Liköre entstehen. Natürlich darf auch eine Verkostung nicht fehlen. Und was soll ich sagen? Der Zirbenschnaps mit Honig hat’s mir einfach angetan! Wer also nicht nur wandern, sondern auch ein Stück Tiroler Tradition kennenlernen möchte, ist hier genau richtig.
Mein Tipp: Die angebotene Führung samt Verkostung kostet 12,50 Euro pro Person. Mit der Gästekarte gibt's außerdem zehn Prozent Rabatt auf Eigenprodukte im Shop. Perfekt für ein hochprozentiges Mitbringsel!


Bergpanorama mit tierischer Überraschung
Danach geht’s mit der Gondel hinauf nach Hochbrixen. Bei einer gemütlichen Wanderung, größtenteils bergab, genießen wir die traumhafte Bergkulisse und kommen an großen Speicherseen vorbei. Mein persönliches Highlight: Eine unglaublich zutrauliche Katze begleitet uns ein Stück und holt sich jede Menge Streicheleinheiten ab. Am liebsten wäre sie wohl gleich mit uns mitgekommen. Damit stiehlt sie der traumhaften Bergkulisse fast die Show.
Mein Tipp: Rund um Hochbrixen gibt es auch für gemütliche Wanderer schöne Wege. Der Filzalmsee liegt nur etwa fünf Gehminuten von der Bergstation entfernt.
Spinatknödel zum Verlieben
Zum Mittagessen geht’s in den Berggasthof Nieding beim „Kuhstall“. Meine Spinatknödel? Ein Traum und definitiv eines der kulinarischen Highlights! Besonders schön: Hier kommen auch Produkte aus der eigenen Landwirtschaft auf den Teller. Als es später zu regnen beginnt, fahren wir zurück nach Hopfgarten. Dort warten schon der Hotel-Spa und ein köstliches Fünf-Gänge-Menü auf uns.
Am Sonntag treffen wir uns bereits um 9 Uhr mit Larissa vom Tourismusverband und ihrer Tochter. Gemeinsam geht es mit der Gondel auf die Hohe Salve, wo wir uns erst einmal ein gemütliches Frühstück im beliebten Drehrestaurant Gipfelalm Hohe Salve gönnen. Bestellt wird à la carte, besonders der frische Karottensaft ist zu empfehlen. Draußen hängt zwar noch ordentlich Nebel über den Bergen, aber irgendwie macht genau das die Stimmung besonders schön.
Danach starten wir in den jährlichen Familientag, der auf der Hohen und Kleinen Salve stattfindet. Das Prinzip ist einfach: Mit einer Stempelkarte geht es von Station zu Station. Insgesamt warten rund fünf verschiedene Erlebnisse auf die kleinen Besucher. Unter anderem entdecken wir ein DJ-Pult, einen Spielplatz und ein Sonnenlabyrinth, bei dem man sogar mitten in die Sonne hineinspazieren kann.


Mein persönliches Highlight sind aber die Alpakas! Beim Alpengasthof Rigi bekommen wir zuerst eine liebevolle Einführung in den Umgang mit den flauschigen Tieren, bevor es gemeinsam auf eine kleine Runde geht.
Weiter geht es zum Speichersee, wo kleine Nachwuchs-Ninjas voll auf ihre Kosten kommen. Hier dürfen die Kinder Holzschwerter bemalen, sich verkleiden und bekommen sogar eine richtige Ninja-Einweisung. Das Ganze ist in Gruppen und Zeitfenster eingeteilt und wirklich nett organisiert.



Nach rund eineinhalb Stunden Wanderung haben wir uns zum Abschluss eine Stärkung verdient. Auf der KRAFTalm gibt es nicht nur Kinderschminken und einen Zauberer, sondern auch richtig gutes Essen. Wir bestellen Käsespätzle und eine riesige Portion Kaiserschmarrn für rund 13 Euro. Dazu gibt's Tiroler Cola. Muss man schließlich auch einmal probiert haben! Von dort geht’s dann mit der Gondel zurück ins Tal zum Hotel.
Mein Tipp: Für den Familientag genügend Zeit einplanen und bequeme Schuhe anziehen! Durch die vielen Mitmachstationen wird den Kindern das Wandern spielerisch nähergebracht, sodass selbst längere Strecken zum Abenteuer werden. Und das Beste: Der gesamte Familientag ist kostenlos, lediglich die Gondelfahrt muss bezahlt werden.
Anreise: Von Wien geht es mit dem Zug über Wörgl nach Hopfgarten. Für die längere Fahrt empfiehlt sich eine Sitzplatzreservierung.
Mobilität: Mit der Gästekarte sind viele regionale Bus- und Zugverbindungen bereits inkludiert. Am besten vor der Anreise digital anfordern.
Ausflüge: Bergbahnen und Aktivitäten haben teilweise saisonale Betriebszeiten. Diese daher unbedingt vorab kontrollieren.
Für Familien: Die Erlebnisstationen auf der Hohen und Kleinen Salve machen auch kürzere Wanderungen für Kinder spannend. Bei Veranstaltungen wie dem Familientag unbedingt vorher den Termin prüfen.
Allgemeine Auskünfte über die Region: kitzbueheler-alpen.com
Unsere Unterkunft Hohe Salve – Move & Relax in Hopfgarten, hat uns überzeugt. Vom Bahnhof Hopfgarten Berglift sind es nur fünf Gehminuten zum Hotel. Unser Zimmer ist geräumig, blitzsauber und bietet einen Balkon mit herrlichem Bergblick. Dazu gibt’s ein gemütliches Doppelbett, Dusche und Badewanne mit Fußbodenheizung (!). Auch das Personal ist ausgesprochen freundlich, hilfsbereit und hat immer ein offenes Ohr. Den verregneten Samstagnachmittag verbringen wir im Spa mit Saunen und beheiztem Außenpool.




Auch kulinarisch bleiben kaum Wünsche offen. Abends gibt’s im Rahmen der Energy-Halbpension ein köstliches Fünf-Gänge-Menü mit vegetarischen und veganen Optionen. Getränke kosten extra. Und das Frühstück? Ein Traum! Riesige Auswahl, frische Säfte und eine kleine Hotelzeitung am Tisch. Dazu der Blick auf die Berge. Was will man mehr?
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