Einmal kurz raus, ohne dafür gleich ins Flugzeug steigen zu müssen: Bratislava liegt von Wien aus praktisch vor der Haustür. Wir haben Anfang Oktober getestet, wie viel sich in 24 Stunden ausgeht. Zu dritt, bei 25 Grad und strahlendem Sonnenschein im Oktober.
Bratislava liegt von Wien aus praktisch ums Eck – und trotzdem sollte schon die Anreise Teil unseres Kurztrips werden. Geplant war, mit der DDSG Blue Danube über die Donau in die slowakische Hauptstadt zu fahren. Doch das anhaltende Niederwasser machte uns kurzfristig einen Strich durch die Rechnung. So wurde aus der Schiffsreise notgedrungen eine Autofahrt.
Mit E-Bussen nach Bratislava
Wer das eigene Auto stehen lassen und umweltfreundlicher reisen möchte, hat seit Anfang Oktober eine neue Alternative: Zwischen Wien und Bratislava sind acht neue E-Busse von FlixBus und Blaguss unterwegs. Mehr als 90 Prozent der Fahrten auf der Linie werden elektrisch durchgeführt. Geladen werden die Busse laut Unternehmen mit Strom aus eigens errichteten Solaranlagen.
Nach knapp einer Stunde Anreise erreichen wir das 5-Sterne-Hotel Grand Hotel River Park direkt an der Donau. Und wenn man nur 24 Stunden hat, wird keine Zeit verschwendet: einchecken und erst einmal ab in den großen Spa über den Dächern von Bratislava. Pool und Sauna wurden natürlich ausgiebig getestet.
Luxuriöses Doppelzimmer mit Donau-Blick
Zu dritt beziehen wir zwei Doppelzimmer mit Blick auf die Donau, die durch eine Verbindungstür direkt miteinander verbunden sind. Viel Platz gibt es in beiden, die Betten sind riesig und im Badezimmer wartet noch ein kleines Luxus-Gimmick: Selbst die Badewanne lässt sich per Knopfdruck mit heißem oder kaltem Wasser füllen. Braucht man das? Nicht unbedingt. Probiert man es trotzdem aus? Natürlich.
25 Grad und Altstadt-Flair
Bei fast schon sommerlichen 25 Grad ging es in wenigen Minuten zu Fuß Richtung Altstadt. Vieles in Bratislava lässt sich problemlos zu Fuß erkunden. Perfekt also für einen kurzen Trip. Vorbei an Gastgärten, kleinen Geschäften und dem Michaelertor fiel uns schnell auf: Bratislava wirkt jung, entspannt und irgendwie herrlich sympathisch. Keine hektische Großstadt, sondern eine Stadt, in der man sich schnell wohlfühlt.
Auch Nerds werden hier fündig
Ohne großen Sightseeing-Plan schlendern wir durch die Gassen. Zwischendurch stolpern wir über einen Gaming- und Trading-Card-Shop namens „Decks & Drinks“, ein anderes Lokal wirbt mit „Your ex couldn‘t handle you … good thing our staff can“ und irgendwo steht plötzlich eine riesige fliegende Untertasse auf einem Hügel etwas außerhalb der Altstadt. Bratislava kann offenbar auch ziemlich schräg.
Virale Kirche völlig überlaufen
Fast schon kitschig schön wird es bei der viralen Sankt-Elisabeth-Kirche. Die hellblaue Fassade sieht in der Sonne beinahe aus wie eine Mischung aus Kirche und Hochzeitstorte. Entsprechend groß ist allerdings auch der Andrang. Vor der Kirche tummeln sich zahlreiche Touristen, für das perfekte Foto braucht es also etwas Geduld. Trotzdem gehört sie für uns zu den schönsten Fotostopps des Tages.
À la carte Frühstück im Grand Hotel River Park
Am Abend geht es zurück an die Donau, bevor am nächsten Morgen noch einmal ausgiebig gefrühstückt wird. Dabei hat man die Wahl zwischen Buffet und À-la-carte-Gerichten. Beides ist im Preis inkludiert. Unser Highlight: die frisch zubereitete Eierspeis, aber auch die echte Honigwabe am Buffet ist ein Hingucker.
Nur beim Speck gibt es einen kleinen Minuspunkt: Der war leider nicht annähernd so knusprig wie bei unserem letzten Reise-Check in Kroatien und ja, an dieser Messlatte muss er sich jetzt offenbar messen lassen.
Unser Fazit: Bratislava ist perfekt für einen kurzen Tapetenwechsel: schnell erreichbar, viel zu entdecken und eine Nacht reicht schon für ordentlich Urlaubsgefühl. Beim nächsten Mal dann vielleicht wirklich übers Wasser oder mit dem neuen E-FlixBus.
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