Große Schäden
Barcelona: Festnahmen bei chaotischen Protesten
In Barcelona sind Berichten zufolge Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene zu Protesten zusammengekommen, etliche hätten dabei randaliert. Die jungen Leute hätten Straßenmobiliar, Fahrräder und Motorräder beschädigt, Geschäfte geplündert und Müllcontainer angezündet.
Wie die unter anderem die spanische Tageszeitung „El País“ und der katalanische Fernsehsender Betevé berichteten, nahmen die katalanische und die städtische Polizei demnach rund 100 Demonstrierende fest. Bei etwa einem Viertel der Festgenommenen habe es sich um Minderjährige gehandelt. Mehr als 220 Beamte waren den Angaben zufolge im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Jugendliche folgten Aufruf in sozialen Medien
Laut Berichten waren die Jugendlichen einem Aufruf über soziale Medien zu einer unangekündigten Demonstration im Stadtzentrum der katalanischen Hauptstadt gefolgt. Die Ausschreitungen hätten gegen 18.00 Uhr begonnen und dauerten in der Nacht zunächst noch an. Das genaue Ziel der Proteste war demnach unklar.
Der Ministerpräsident der wohlhabenden Region im Nordosten Spaniens, Salvador llla verurteilte die Gewalttaten: „Gewalt hat in Katalonien keinen Platz. Niemals. Protestieren ist ein demokratisches Recht. Angriffe, Einschüchterungen und Sachbeschädigung hingegen nicht“, sagte er laut „El País“.
Bürgermeister: „Grundlose Gewalt und Vandalismus“
Der Bürgermeister von Barcelona, Jaume Collboni, sagte demnach auf einer Pressekonferenz am späten Abend: „Wir werden nicht zulassen, dass das Geschehene ungestraft bleibt.“ Es werde Konsequenzen geben, sowohl für erwachsene Teilnehmer an den Gewaltakten wie auch für diejenigen, die für die Minderjährigen verantwortlich seien. „Wir werden nicht zulassen, dass die Stadt verwüstet wird.“ Collboni sprach von „grundloser Gewalt und Vandalismus“.
Protestcamp in Lissabon gewaltsam aufgelöst
In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon kam es Sonntagfrüh ebenfalls zu einem brutalen Zwischenfall zwischen Demonstrierenden und der Exekutive: Ein Protestcamp gegen die Wohnungsnot im Zentrum wurde gewaltsam aufgelöst. Mehrere Personen wurden festgenommen, es habe zudem Leichtverletzte gegeben.
Hintergrund ist die Wohnungskrise in Portugal, die zu den schwersten in Europa zählt. Die Immobilienpreise haben sich seit 2017 mehr als verdoppelt, die Mieten für Neuverträge sind fast ebenso stark gestiegen. Besonders junge Menschen sind betroffen. Die Demonstrierenden fordern von der Regierung, einen Gesetzentwurf zur Erleichterung von Zwangsräumungen zu kippen und die Mieten für neue Verträge zu begrenzen. Nach Schätzungen der portugiesischen Zentralbank fehlen landesweit 300.000 Wohnungen.
Auch in französischen und italienischen Städten war es am Samstag erneut zu Protesten mit gewaltsamen Zwischenfällen und Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Die Forderungen der Teilnehmenden waren vielfältig. Demonstrierende beklagten unter anderem hohe Lebenshaltungskosten.

Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 








Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.