Herber Fado und süßer Blätterteig: Portugals Hauptstadt hat viel zu bieten. Auch große Kunst. Drei Museen, die man beim Lissabon-Trip unbedingt sehen sollte.
Die alte Tram, die sich durch die steilen Altstadtgassen arbeitet, der Elevador de Santa Justa (derzeit geschlossen), der die Unterstadt mit dem Altstadtviertel verbindet und von dem aus man auf die nächste Attraktion blickt: das Castelo de São Jorge. Wenn man auch noch wehmütigen Fado mit Portwein versüßt und in ein Pastéis de Nata, eines der himmlischen Blätterteig-Pastetchen mit Milchcremefüllung, beißt, ist das Lissabon wie aus dem Touri-Guide perfekt.
Die berühmte Süßigkeit findet sich übrigens auch als „Pastéis de Belém“ und ist, glaubt man Lissabonnern, die allerbeste Version. Man muss dafür jedoch am breiten Fluss Tejo entlang in den Stadtteil Belém fahren.
Es ist das alte Viertel der Entdecker. Davon zeugt nicht nur das Padrão dos Descobrimentos (Denkmal der Entdeckungen), sondern auch der gotische Turm von Belém und das prachtvolle Hieronymuskloster mit dem Grab Vasco da Gamas. Das Kloster ist bis auf Kreuzgang und Kirche aktuell Baustelle, wird doch das darin befindliche Nationalmuseum für Archäologie erneuert.
Das soll Entdeckerfreuden in Belém keinen Abbruch tun. In den letzten Jahrzehnten wurden zwei großartige, architektonisch anspruchsvolle Kulturinstitutionen errichtet.Wärmekraftwerk für Kunst, Kulturzentrum für alles Vor zehn Jahren öffnete das MAAT, das „Museum für Kunst, Architektur und Technologie“ seine Tore. Ein 38.000 Quadratmeter großer Kunst-Campus, errichtet und betrieben von der Kulturstiftung des Energiekonzerns EDP.
Er besteht aus zwei Teilen: einem ehemaligen Wärmekraftwerk von 1908, das als prachtvolles Industriedenkmal auch stimmiger Ausstellungsraum für Zeitgenössisches mit Fokus auf die portugiesische Kunst ist. Dazu kommt eine von der britischen Architektin Amanda Levete entworfene, 2017 eröffnete Ausstellungshalle. Außen wie ein Ufo mit begehbarem Dach, innen ein weitgespanntes Oval, als flexibler Raum für neue Kunst. Derzeit sind etwa als sehenswerte Jubiläumsschau Arbeiten des Portugiesen Pedro Cabrita Reis zu sehen.
Wenig weiter wurde bis 1993 nach Plänen von Vittorio Gregotti und Manuel Salgado ein Kulturkomplex, das CCB (Centro Cultural de Belém) errichtet. Mit Konferenzzentrum, drei Theatern, Hotel, aber vor allem einem Architekturzentrum und einem Kunstmuseum. In Letzterem begeistert die Sammlung des umstrittenen portugiesischen Geschäftsmannes und Sammlers José Berardo, die großartige Arbeiten Klassischer Moderne versammelt.
Zurück, nah ans Altstadtherz Lissabons steht das Museum des legendären Erdölhändlers und Sammlers Calouste Gulbenkian (1869-1955). Hier staunt man über eine Parade an Schätzen der ägyptischen, griechischen und römischen Antike, aus Islam und Asien sowie atemberaubende Zimelien von Rembrandt, Rubens, Turner, Monet und vielen anderen.
Es steht auf dem Areal der Gulbenkian Stiftung. In einem herrlichen, frei zugänglichen Park, in dem sich etwa auch noch eine Bibliothek, ein Freilufttheater sowie das Centro de Arte Moderna (CAM) mit seinem spektakulären Vordach des Japaners Kengo Kuma befindet. Ein drittes Muss für Lissabon-Besucher!
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