Eskalation in Riad

Raketenangriff auf Flughafen: Zwölf Todesopfer

Ausland
11.10.2026 07:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einem Raketenangriff auf den internationalen Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sind zwölf Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Hundert Personen wurden verletzt, einige davon schwer. Damit eskalierte der Konflikt mit der pro-iranischen Houthi-Miliz im Jemen weiter.

Nach dem Angriff mit mindestens zwölf Toten und 309 Verletzten kündigte die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition eine entschiedene Reaktion gegen die Houthi an. US-Präsident Donald Trump kritisierte die Attacke vom Samstag als „nicht hinnehmbar“, die UNO äußerte sich besorgt. Es handelt sich um den tödlichsten Angriff in Saudi-Arabien seit 2015.

Wie Saudi-Arabiens zivile Luftfahrtbehörde mitteilte, zählen zu den Todesopfern des Airport-Beschusses acht Ausländer: eine Person aus den USA, zwei aus Bangladesch, ein Palästinenser und jeweils eine Person aus Ägypten, Jordanien, Syrien und dem Sudan.

Der Hintergrund

Saudi-Arabien führt seit 2015 eine Militärkoalition an, die die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Houthi unterstützt. Die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen.

Nach Beginn des Iran-Kriegs, den die USA und Israel Ende Februar begonnen hatten, war auch der Konflikt im Jemen wieder eskaliert.

Mehrere Verletzte in Lebensgefahr
Weiter hieß es, die 309 Verletzten würden „in mehreren Krankenhäusern“ behandelt, einige schwebten in Lebensgefahr. In der Mitteilung war außerdem von „materiellen Schäden“ durch den Angriff die Rede, deren Ausmaß noch geprüft werde. Der Flugbetrieb wurde vorerst eingestellt.

Nach Angaben eines Augenzeugen schlug die Rakete am Inlandsflugterminal ein. „Ich war am Gate 403“, sagte der Mann der Nachrichtenagentur AFP. „Ich sah, wie 401 getroffen wurde, ich sah Verletzte direkt vor meinen Augen. Alle rannten.“

USA könnten sich an Houthi-Angriffen beteiligen
„Was in Saudi-Arabien passiert ist, ist nicht akzeptabel“, sagte Trump vor Journalisten. Er werde mit Saudi-Arabiens De-facto-Herrscher Kronprinz Mohammed bin Salman darüber „sprechen“. Auf Nachfrage schloss er nicht aus, sich an den saudi-arabischen Angriffen auf die Houthi zu beteiligen. US-Medien zufolge hatte die US-Regierung Bitten Saudi-Arabiens um militärische Unterstützung bisher abgelehnt.

Angriff war „Kriegsverbrechen“
Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition machte die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz im Jemen für den „feigen terroristischen Angriff“ verantwortlich und kündigte an, „mit Entschlossenheit“ darauf zu reagieren. Es handle sich um ein „Kriegsverbrechen“ mit zivilen Opfern.

Mehrere Attacken
Der Flughafen von Riad war bereits am Donnerstag beschossen worden. Dabei wurden nach saudi-arabischen Angaben drei Menschen aus Saudi-Arabien getötet und ein Flugzeug beschädigt. Bei einem Houthi-Angriff auf den Airport am Mittwoch waren drei Menschen aus Ägypten, Algerien und dem Sudan getötet worden. Ein weiteres Geschoss schlug am Samstag in der Nähe des internationalen Flughafens der Stadt Dammam an der Ostküste Saudi-Arabiens ein, wie die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition erklärte.

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