Sozialer Gegenwind

„Plateau erreicht“: Teenager outen sich seltener

Leben
09.10.2026 12:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach Jahren eines starken Anstiegs verzeichnen Statistiken bei jüngeren Teenagern – insbesondere Mädchen in den unteren Schulstufen – einen spürbaren Rückgang bei der Selbstidentifikation als lesbisch oder bisexuell. 

Während die LGBTQ+-Quoten bei älteren Generationen und jungen Erwachsenen über längere Zeit kontinuierlich gewachsen waren, zeigt sich bei der jüngsten Kohorte erstmals eine entgegengesetzte Bewegung (ein von manchen Forschern als „free fall“ bezeichneter Knick nach oben beziehungsweise unten je nach Perspektive).

Die Gründe:

  • Das Ende einer Plateau-Phase: Der jahrelange Anstieg wurde stark darauf zurückgeführt, dass es gesellschaftlich immer akzeptierter wurde, sich zu outen. Experten vermuten, dass dieser Trend nun eine natürliche Sättigung oder ein Plateau erreicht hat.
  • Kultureller und sozialer Gegenwind: In den letzten Jahren hat es in Teilen der Gesellschaft und vor allem in der US-Politik wieder einen spürbaren politischen Gegenwind und eine Zunahme gesellschaftlicher Polarisierung gegeben. Das könnte dazu geführt haben, dass sich Jugendliche wieder unsicherer fühlen oder vorsichtiger sind, sich öffentlich zu labeln.
  • Veränderter Umgang mit Labels: Jüngere Generationen neigen oft dazu, weniger starr mit traditionellen Etiketten umzugehen oder Begriffe wie „queer“ zu bevorzugen. Viele verzichten in der sensiblen Phase der Pubertät zudem ganz darauf, sich festzulegen.
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