Das große Skifliegen

Warum falsch beladene Dachboxen Todesfallen sind

Motor
02.01.2015 06:00
Praktisch sind sie ja schon, die Dachboxen. Klappe auf, Gepäck rein, Klappe zu - alles ganz einfach, solange man nur die Dachlast beachtet. Falsch, meint die Unfallforschung der Allianz und zeigt auch warum.

Ski samt Zubehör nur in die Dachbox legen, das ist keine Lösung für den sicheren Transport in den Winterurlaub. Die ohne zusätzliche Sicherung untergebrachten Wintersportgeräte mutieren schon bei einem Auffahrunfall mit 50 km/h zu gefährlichen Geschossen, wie ein Crashtest des Allianz Zentrums für Technik (AZT) in Ismaning bei München zeigt. Die Unfallforscher beluden eine Dachbox mit Skiern, Stiefeln, Getränkeflaschen und ein paar typischen Kleinigkeiten. Sie schöpften dabei die zulässige Zuladung der Box nicht aus. Statt der erlaubten 50 Kilogramm musste die Box lediglich 34 Kilogramm tragen.

Der Crashtest mit 50 km/h simuliert den typischen Auffahrunfall am Stau-Ende. Während er für die Insassen in der Regel glimpflich ausgeht, sind die Passagiere des getroffenen Fahrzeugs akut gefährdet. Die Skier durchschlagen die Dachbox und fliegen wie Geschosse durch die Heckscheibe des vorderen Fahrzeugs.

"Wie im Kofferraum muss auch in der Box die Ladung unbedingt gesichert werden – sonst werden andere Verkehrsteilnehmer gefährdet", erklärt Melanie Kreutner, Unfallanalytikerin im AZT. Ski sollten entsprechend mit Zurrgurten befestigt, schwere Teile wie Stiefel besser im Kofferraum transportiert werden.

Im Test hat sich zudem die Dachbox aus der Halterung gerissen, weil die einfache Klemmbefestigung nicht ausreichend stabil war.

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