Maya Hakvoort hat mit mehr als 1000 Auftritten als „Elisabeth“ Musical-Geschichte geschrieben. Nun ist die Sängerin 60 geworden und feiert Erfolge im böse-komischen Fach im Stadttheater Baden. Ein Gespräch über die Rollen ihres Lebens, neue offene Türen und mehr Gelassenheit.
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Dass die Bühne ihr Zuhause und das Singen ihre Form sein würde, war Maya Hakvoort schon als Kind klar: „Meine Stimme hat mich immer geleitet“, erzählt die aus den Niederlanden stammende Musical-Sängerin beim Besuch im „Krone“-Podcast-Studio. Dass die wichtigste Rolle ihres Lebens ausgerechnet eine österreichische Kaiserin sein würde, wusste sie damals freilich nicht. „Elisabeth war wie eine zweite Haut für mich“, blickt die Mutter zweier Söhne voller Dankbarkeit auf die Figur zurück, die sie ab 1994 mehr als 1000 Mal gesungen hat.
Optimismus als Medizin
Der zentrale Hit aus dem Erfolgsmusical – „Ich gehör’ nur mir“ – geistert der Mezzosopranistin nach wie vor durch den Kopf. Auch wenn sie ihn heute anders interpretiert: „Da hat sich gesellschaftlich viel getan. Heute wissen die Frauen schon, dass sie sich gehören.“
Von den dramatischen Partien hat sich Hakvoort, die im September 60 geworden ist, verabschiedet. Aktuell feiert sie im Stadttheater Baden Erfolge im komischen Fach – als Madame Akaber in „Wicked“ und ab Freitag als Hexe Ursula in „Arielle“. „Diese witzigen und optimistischen Rollen tun mir jetzt wahnsinnig gut – aber nicht nur mir. Auch das Publikum braucht etwas, um das Herz wieder zu öffnen, lachen zu können und wieder fröhlicher werden – gerade in einer gesellschaftlich schwierigen Situation.“
Die Natur des Bösen
Auch bei diesen scheinbar perfiden Figuren interessiert Hakvoort die Geschichte dahinter und damit die Frage, was einen Menschen überhaupt böse werden lässt: „Es interessiert mich, bösartigen Rollen ein Relief, eine Tiefe zu geben. Niemand wird böse geboren. Man wird dazu gemacht, dadurch, dass man nicht gesehen, nicht geachtet wird.“
Überhaupt ist Maya Hakvoort ein Mensch, der lieber nach vorne blickt als zurück – auch in der „dritten Epoche“ ihres Lebens, die zwar ruhiger sei als die beiden davor, aber nicht weniger spannend: „Es ist nicht richtig, dass du mit 60 anfängst zu denken, du wirst alt“, stemmt sie sich gegen Vorurteile. Was sie dagegen tut? „Wenn man keine Ziele mehr hat, wird man schnell alt. Also setze ich mir immer wieder neue Ziele.“
Viele neue Türen
Jungen Kollegen wünscht der Musical-Star Gelassenheit: „Alles passiert zur richtigen Zeit“, das habe sie selbst immer wieder erfahren: „Aber wenn eine Tür zu ist, ist sie zu. Und du musst nach vorne gehen, um die nächste Tür zu öffnen.“
Ein Rückzug von der Bühne ist für sie kein Thema, die sprühende Begeisterung, mit der sie von neuen Projekten und Rollen spricht, ist ansteckend. Theater beschreibt sie als festen Teil ihrer Persönlichkeit: „Die Bühne – das bin ich!“ Singen ist dabei nach wie vor ihre wichtigste Energiequelle: „Nichts erfüllt mich so, wie eine fantastische Rolle zu spielen und meine Stimme klingen zu lassen. Da spüre ich meine Kraft. Warum sollte ich das in einem Schrank zur Ruhe legen?“
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