Die Insolvenzwelle hat Vorarlberg erreicht. Nathaniel Heinritz, Standortleiter des Kreditschutzverbandes von 1870, über die Ursachen des aktuellen Negativtrends, fehlendes Controlling in Betrieben und Branchen, die sich dauerhaft verändern werden.
„Krone“: Herr Heinritz, am Montag gab es fünf Insolvenzen, dann folgte die Pleite der Obrist-Töchter. Wie außergewöhnlich ist diese Häufung von Konkursen?
Nathaniel Heinritz: Wir verzeichnen dieses Jahr generell eine gehäufte Insolvenzentwicklung. In den ersten drei Quartalen hatten wir im Unternehmensbereich ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dieser Negativtrend setzt sich leider fort. Bei den aktuellen Fällen handelt es sich teils um Folgeinsolvenzen – wenn Großbetriebe oder Bauträger pleitegehen, zieht das Handwerker und Zulieferer mit in den Abgrund. Das ist ein klassischer Dominoeffekt. Gleichzeitig sehen wir einen Nachholeffekt: Während ganz Österreich schon im vergangenen Jahr ein starkes Plus bei den Insolvenzen hatte, war Vorarlberg lange Zeit rückläufig. Jetzt holt uns die Realität ein.
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