Nicht oder unzureichend behandelter Bluthochdruck erhöht nicht nur das Risiko für einen Herzinfarkt, sondern auch für Schlaganfall und Demenz. Für Schlaganfälle gilt erhöhter Blutdruck als wichtigster Risikofaktor. Zugleich zählen Schlaganfälle zu den häufigsten Ursachen für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter, warnt der Mediziner Christian Koppelstätter.
Herz, Nieren und Gehirn bestehen aus zahlreichen kleinen Gefäßen, erklärt Koppelstätter von der Universitätsklinik für Innere Medizin in Innsbruck. Dauerhaft erhöhter Blutdruck schädigt diese Gefäße und kann dadurch schwere Folgen in den betroffenen Organen verursachen.
Herzinfarkt und Schlaganfall sind daher auch Erkrankungen der Gefäße. Bleibt Bluthochdruck über längere Zeit unbehandelt, steigt das Risiko für solche Komplikationen deutlich.
„Spür ich nichts, macht‘s ja nichts“
Studien zu Bluthochdruck in Österreich hätten „nicht sehr rosige“ Ergebnisse gebracht. Die Alpenrepublik liegt bei weltweit erhobenen Daten „im untersten Drittel“. Der Internist warnte vor der falschen Einstellung – Bluthochdruck „spüre ich nicht, dann macht es ja nichts“ – mancher Betroffener. Es ist entscheidend, die „Medikamente zu nehmen, dass nichts passiert“.
Messung nicht nur Arztaufgabe
Für die Therapietreue sei zudem persönliche und engmaschige Betreuung wichtig, etwa durch Pflegekräfte und Telemedizin. Blutdruckmessung dürfe keine reine Arztaufgabe sein, manche Personen haben beim Arzt höhere Werte als daheim („Weißkittel-Hypertonie“).
Frauen ab 65 Jahren gefährdet
Es brauche auch mehr Aufmerksamkeit für Bluthochdruck bei Frauen, fordert Koppelstätter. Ab dem 65. Lebensjahr hätten in der Bevölkerung mehr Frauen einen nicht eingestellten Blutdruck als Männer. Spätestens ab dem 40. Lebensjahr – am besten schon früher – sollte der Blutdruck auch bei gesunden Menschen ohne familiäres Risiko regelmäßig kontrolliert werden.
So gelingt die korrekte Messung daheim:
Koppelstätter: „Es gibt kaum eine andere chronische Erkrankung, die im späteren Leben so viele Probleme verursacht, die man aber mit so wenig Mitteln erkennen und damit sehr früh behandeln kann.“
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