Was tun, wenn die Konkurrenz davonzieht? Man könnte zum Beispiel versuchen, eigene Visionen zu formulieren. Oder man schaut sich an, was die anderen so erfolgreicht macht. Die steirische ÖVP hat sich offenbar für Variante zwei enstchieden.
Die neue ÖVP-„Vermessung der Steiermark“, die am Freitag präsentiert wurde, widmet sich ausführlich Integration, Kopftuch und politischen Islam. Die Botschaft dazu ist klar: Hier soll künftig schärfer hingelangt werden. Nur: Nichts davon ist neu. Diese Themen gehören seit Jahren zum politischen Kernrepertoire der FPÖ.
Dazu passt auch die Konstruktion der Studie: Die Partei lässt fragen, was die Menschen über Integration und Werte denken – und präsentiert anschließend politische Forderungen, die genau dazu passen.
Überschaubare Klick-Zahlen
Dabei zeichnet die Befragung selbst ein deutlich differenzierteres Bild, als die Schlüsse, die daraus gezogen werden: Zwar bewerten zwei Drittel die Auswirkungen von Zuwanderung negativ, gleichzeitig sprechen sich aber 85 Prozent dafür aus, dass qualifizierte Zuwanderung unter bestimmten Bedingungen weiterhin möglich sein soll, und 81 Prozent fühlen sich in der Steiermark sicher. Das ist als politische Kommunikation geschickt. Als Beleg dafür, dass gerade eine weitere Verschärfung des Kopftuchverbots die politische Antwort sein muss, taugt eine solche Umfrage allerdings nicht.
Die interessanteste Zahl ist in diesem Zusammenhang vielleicht gar keine aus der Umfrage. Unsere Geschichte über die gestrige Pressekonferenz läuft seit etwa 24 Stunden online – und die Leser zeigen bislang eher wenig Interesse daran. Das ist keine repräsentative Messung, natürlich. Aber dann doch eine bemerkenswerte Erfahrung für eine Partei, die meint, gerade vermessen zu haben, was die Steirer bewegt.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.