Alarmierende Attacken

Drohnen, Sabotage in Deutschland: Was wir wissen

Deutschland
02.09.2026 18:35

Neue Erkenntnisse zum Drohnen-Vorfall in Leipzig und zwei Attacken auf deutsche Umspannwerke – die Ereignisse in Deutschland überschlagen sich schier. Doch was ist genau passiert in unserem Nachbarland? Und was hat Russland damit zu tun? Die „Krone“ hat den Überblick.

In Deutschland überschlagen sich aktuell die Ereignisse. Dabei geht es einerseits um eine Drohne, die am Flughafen Leipzig gefunden worden ist. Andererseits sind am Dienstag zwei Umspannwerke in Deutschland attackiert worden. Hier lesen Sie die wichtigsten Infos im Überblick.

Der Drohnen-Vorfall in Leipzig

  • Anfang August wurde am Flughafen Leipzig eine Drohne entdeckt, die mit Sprengstoff beladen war – in der Nähe eines ukrainischen Flugzeuges. Ermittler glauben, dass jemand einen Anschlag auf den Flughafen verüben wollte, womöglich mit mehreren Drohnen. Der Anschlag ist aber nicht geglückt.
  • Ermittler haben jetzt zwei Tatverdächtige für den Angriff in Leipzig identifiziert: einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass und einen Mann aus Belarus mit russischem Pass.
  • Die deutsche Regierung glaubt, dass der missglückte Anschlag im Auftrag Russlands verübt worden ist. Moskau bestreitet, etwas mit dem Drohnen-Vorfall zu tun zu haben.
  • Deutschland hat dennoch Sanktionen gegen Russland verhängt. Russlands Präsident Wladimir Putin nennt die Strafmaßnahmen einen „schweren Fehler“. Die bisher vorgelegten Belege zum Drohnen-Vorfall seien „gefälscht“. Aus Russland kommen jetzt auch Drohungen gegen Deutschland.
  • Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger hat am Mittwoch wegen der Drohnen-Attacke den russischen Botschafter nach Wien einbestellt.

Die Angriffe auf deutsche Umspannwerke
Am Dienstag wurden in Deutschland gleich zwei Umspannwerke attackiert. Ob und wie die Angriffe auf die beiden Werke zusammenhängen, ist allerdings noch nicht klar.

Turnow-Preilack

  • Bei einem Umspannwerk in Turnow-Preilack wurden Flugkörper gefunden, die Silvesterraketen ähnlich sehen. Das Umspannwerk ist beim Kohlekraftwerk Jänschwalde im Bundesland Brandenburg.
  • Die Angreifer haben einen Kurzschluss an einer Höchstspannungsleitung und eine kurzzeitige Leitungsunterbrechung verursacht.
  • Insgesamt hatten die Täter mehr als ein Dutzend „raketenähnliche Gegenstände, die einen Treibsatz hatten“, wie Brandenburgs Innenminister Jan Redmann erklärt. Doch nur ein Flugkörper traf sein Ziel. In der Nähe des Umspannwerks wurden Abschussvorrichtungen gefunden.
  • Es ist noch unklar, wer hinter der Attacke steckt. Die Behörden gehen von einem möglichen terroristischen Motiv aus.
Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde
Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde(Bild: EPA/CLEMENS BILAN)

Bergheim bei Köln

  • Am Dienstagabend hat es eine Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln im Bundesland Nordrhein-Westfalen gegeben. Durch einen Kurzschluss sind mehrere Leitungen ausgefallen.
  • Der Kurzschluss hat auch dafür gesorgt, dass fünf Braunkohleblöcke ausgefallen sind. Zwei davon dürften erst am Wochenende wieder ans Netz gehen.
  • Die Polizei glaubt, dass jemand absichtlich die Störung verursacht hat. Ermittler haben sechs Abschussvorrichtungen in einem Feld gefunden.
  • Es ist noch völlig unklar, wer die Täter sein könnten. Laut Nordhrein-Westfalens Innenminister Herbert Reul könnten Linksextremisten oder eine „fremdstaatliche Sabotage“ dahinterstecken.

Natürlich prüfe man die Zusammenhänge zwischen den beiden Attacken auf Umspannwerke, versichert Michael Esser vom Polizeipräsidium Köln. Brandenburgs Innenminister Redmann merkt an, dass in beiden Fällen Höchstspannungsleitungen betroffen waren und dass die Attacken zeitlich sehr nahe beieinander liegen. Doch dazu gibt es noch keine gesicherten Informationen – genau so wenig wie zu den Motiven der Täter.

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