Drohne schlug ein!

Leipziger Airport entging nur knapp Katastrophe

Ausland
10.08.2026 12:35
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach und nach sickern Details zum Drohnenvorfall auf dem Leipziger Flughafen durch und lassen den Zwischenfall weitaus dramatischer erscheinen. Offenbar entging der Airport noch viel knapper einer Katastrophe, als bisher angenommen.

Am Flughafen Leipzig/Halle war in der Nacht auf vergangenen Mittwoch in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt und von einem Mitarbeiter am Weiterfliegen gehindert worden. Ein infolge der Sperrung kurz danach durchstartendes Flugzeug kollidierte mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne. Nach den Trümmern dieses Geräts wird nach wie vor gesucht.

Die Drohne, die von einem Busfahrer auf dem Rollfeld gefunden wurde, war Stunden zuvor in die ...
Die Drohne, die von einem Busfahrer auf dem Rollfeld gefunden wurde, war Stunden zuvor in die Tragfläche des ukrainischen Frachtflugzeugs eingeschlagen.(Bild: EPA/FILIP SINGER)

Herkunft der Drohne weiterhin unbekannt
Die Herkunft der Drohne ist bisher unklar, der Verdacht richtet sich vor allem gegen Russland. Der Leipziger Flughafen ist ein Umschlagplatz für Militärgüter für die Ukraine. Ein Bericht des Nachrichtenmagazins „Die Zeit“ lässt den Verdacht erhärten, dass ein Anschlag auf das Frachtflugzeug geplant gewesen war. 

Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen nämlich zeigen, dass die Drohne am Abend auf einer Tragfläche des Flugzeugs eines Typs Antonow einschlug. In den Tragflächen befinden sich in der Regel Treibstofftanks. Auf den Aufnahmen sei zu sehen, dass das Gerät von der Tragfläche abprallte und zu Boden fiel, berichtete die „Zeit“. Spuren an einem Flügel der Antonow bestätigen diesen mutmaßlichen Ablauf.

Die Antonow war laut deutschen Medienberichten mit Munition für die Ukraine beladen. In internen ...
Die Antonow war laut deutschen Medienberichten mit Munition für die Ukraine beladen. In internen Dokumenten des Innenministeriums in Berlin wird dies allerdings dementiert.(Bild: EPA/FILIP SINGER)
So sah die Beladung auf jeden Fall aus.
So sah die Beladung auf jeden Fall aus.(Bild: AFP/-)

Semtex-Sprengstoff detonierte nicht
Warum der Sprengsatz nicht explodierte, sei noch unklar, hieß es. Er sei später nicht an der Drohne selbst vorgefunden worden, sondern in einiger Entfernung davon. Möglicherweise habe er sich beim Aufprall abgelöst. Bei dem Sprengstoff habe es sich um Semtex gehandelt.

Die deutsche Bundesanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. „Die Ermittlungen dauern an“, sagte eine Sprecherin. Die oberste Anklagebehörde hatte die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt hatte von einem „hybriden Anschlagsszenario“ gesprochen und „fremde Mächte“ als Urheber nicht ausgeschlossen.

Medienbericht: DNA-Spur auf Drohne entdeckt
Womöglich sind nun auch wichtige Hinweise zu den Urhebern sichergestellt worden. Wie die „BILD“-Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet, fanden die Ermittler DNA-Spuren auf der Drohne. Diese sollen mit Material übereinstimmen, das auch nach dem Brandanschlag am 20. Juli 2024 in einem DHL-Logistikzentrum in Leipzig gefunden worden war. Für die damalige Serie von Paket-Brandsätzen sehen europäische Ermittler eine Verbindung zum russischen Militärgeheimdienst GRU.

Die aktuelle DNA-Spur wurde laut dem Bericht in der europäischen DNA-Datenbank wiederentdeckt. Wegen der Vorfälle vom Sommer 2024 stehen derzeit in Litauen fünf Männer vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, damals vier Brandsätze in Paketen durch Europa geschickt zu haben. Einer der Brandsätze fing am Leipziger Flughafen Feuer – aufgrund einer Verspätung jedoch nicht, wie es wohl eigentlich geplant war, an Bord einer DHL-Frachtmaschine.

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