Folgenschwerer Unfall

Nur acht Wochen nach Hochzeit ist Nadine Witwe

Oberösterreich
02.09.2026 18:45

Eine zweifache Mutter aus Braunau in Oberösterreich steht nach einer Tragödie vor dem Nichts. Ihr Ehemann (37) verunglückte auf einer Baustelle und starb nach 25 Tagen im Krankenhaus. Nadine sagt: „Karli war die Liebe meines Lebens.“

„Wir waren eine Kinderliebe, haben uns mit elf, zwölf Jahren jede Woche am gleichen Tag zur selben Zeit am Stecherweiher in Braunau getroffen. Das ging zwei Jahre so. Dann haben wir uns aus den Augen verloren, aber immer voneinander gewusst, was der andere tut“, sagt Nadine S. (37). 20 Jahre später machte es Klick – Nadine und Karl trafen sich wieder.

„Es war, als hätte er extra durchgehalten“
„Am 23.2.2023 sind wir zusammengekommen, am 26.6.2026 haben wir geheiratet – und am 23.8.26 ist er gestorben, nach 25 Tagen auf der Intensivstation. Der 23. war ihm als unser Tag ganz besonders wichtig. Der Karli hat mir an diesem Tag immer Blumen geschenkt, ein WhatsApp geschrieben oder irgendetwas Besonderes gemacht. Es war so, als hätte er extra deshalb noch durchgehalten“, sagt die trauernde Witwe.

Es war eine Liebeshochzeit: Karl und Nadine (beide (37.) Acht Wochen später starb der strahlende ...
Es war eine Liebeshochzeit: Karl und Nadine (beide (37.) Acht Wochen später starb der strahlende Bräutigam im Krankenhaus in Graz.(Bild: Nadine Stephan)

Ein Sturz vom Baugerüst hatte fatale Folgen
Am 29. Juli befand sich Karl in Graz, arbeitete dort als Maler auf Montage. Das Gerüst, auf dem er stand, geriet ins Wanken, der Braunauer stürzte rücklings 2,5 Meter hinunter und schlug mit dem Hinterkopf auf. „Sein Kopf war von hinten nach vorne geborsten. Zuerst ist er auf der neurologischen Intensivstation gelegen, mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma. Schon am zweiten Tag hat eine Ärztin zu mir gesagt, dass er hirntot ist. Aber dann hat sie doch noch nachgemessen, und die Gehirnareale waren wieder aktiv. Aber am vierten Tag hat er keine Pupillenreaktion gehabt“, sagt Nadine.

Dennoch gab die zweifache Mutter nicht auf. „Ich hab’ gesagt: ,Mir ist das alles egal. Und wenn er ein Jahr in der Reha-Klinik liegen muss. Ich pflege ihn auch selbst zu Hause.’ Ich habe Multiple Sklerose, hab‘ auch immer wieder Ausfälle der Hirnareale. Der Karli hat mir immer geholfen. Das bin ich ihm schuldig.“

Dann kam eine Entzündung dazu, danach eine Blutvergiftung
Doch zu den massiven Gehirnverletzungen kam eine fatale Entzündung, deren Ursache lange nicht klar war. In der Folge verschlechterten sich sämtliche Blutwerte, und Karl S. musste von der neurologischen auf die internistische Intensivstation verlegt werden.

Sie wollen unterstützen?

Dann können Sie gerne auf folgendes Konto überweisen:

Empfänger: Spendenkonto Nadine
IBAN: DE11 7406 1813 0003 2647 50
BIC: GENODEF1PFK

„Die Ärzte haben ständig nach den Keimen gesucht, aber nicht gewusst, was die Entzündung auslöst. Dann hat er auch noch eine Blutvergiftung bekommen“, sagt Nadine. Trotz aller ärztlicher Kunst war ihm nicht mehr zu helfen. „Ich hab’ ihm noch ein Bussi gegeben, gesagt, dass ich ihn lieb hab’ und dass er tapfer war“, sagt Nadine leise: „Er war die Liebe meines Lebens.“

„Ich habe seither so viel Schmerz in mir“
Die 37-Jährige hat ein Brautmodengeschäft in Simbach, kann sich aber nicht vorstellen, weiterzumachen: „Wie soll ich jemanden beraten, wenn ich so viel Schmerz in meinem Leben hab’?“ Auch finanzielle Sorgen drücken: Für die Traumhochzeit hatten beide eineinhalb Jahre lang gespart. Und nun kommen die Kosten fürs Begräbnis dazu, das am Freitag in Braunau stattfinden wird. Es läuft eine Crowdfunding-Aktion – und auch die „Krone“-Familie hilft (siehe Kasten oben).

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