Russische Verbindungen
Drohnen-Terroristen von Leipzig wohl identifiziert
Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag auf Frachtmaschinen am Leipziger Flughafen und der Schuldzuweisung an den Kreml haben die Ermittler zwei mögliche Attentäter im Visier. Es handelt sich nach Medienberichten um Männer mit Verbindungen nach Russland.
Wie „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR berichten, handelt es sich um einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass und einen Mann aus Belarus mit russischem Pass, der bereits „aktenkundig“ sei.
Die beiden Männer sollen hinter der Drohnen-Attacke stecken, die beinahe für eine Katastrophe am Flughafen Leipzig gesorgt hat – und für den der Kreml von der deutschen Bundesregierung am Dienstag offiziell verantwortlich gemacht wurde.
Drohnen-Bomber sind „Low-Level-Agenten“
Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt wies während der Pressekonferenz zu Russlands Involvierung lediglich „auf beteiligte Personen hin, die im Auftrag russischer staatlicher Stellen gehandelt haben“, und sagte sprach von „Low-Level-Agenten“. Jetzt kommt heraus: Einer der beiden war offenbar kein Unbekannter.
Die Fahnder seien sich laut dem Medienbericht sicher, den Logistiker und Instrukteur des geplanten Anschlags von Leipzig zu kennen. Der gebürtige Russe mit lettischem Pass reiste offenbar Ende Juli über den Berliner Flughafen BER nach Deutschland ein und soll anschließend mit einem Mietwagen unterwegs in Richtung Leipzig gewesen sein. Er soll auch über Verbindungen zum russischen Geheimdienst verfügen. Zwei Tage vor dem gescheiterten Drohnenanschlag hat der Tatverdächtige Deutschland wieder verlassen – erneut per Flugzeug über den BER.
Am Tatort führten DNA-Spuren zum zweiten Tatverdächtigen. Ein Abgleich mit europäischen Datenbanken ergab Treffer in Litauen und Finnland. So kamen die Behörden wohl auf einen Mann aus Belarus, der in verschiedenen Ländern bereits wegen anderer Straftaten aufgefallen war.
Russland bestreitet Auftrag
Moskau bestreitet, etwas mit der Drohne auf dem Flughafen zu tun zu haben. Russland sieht den Fall um das nicht detonierte Flugobjekt als eine „Provokation“, die allein den Interessen von militaristischen Kreisen in Europa und in der Ukraine diene.
Das russische Außenministerium hat den Geschäftsträger der Deutschen Botschaft in Moskau einbestellt, um gegen Berlins Sanktionen zu protestieren. Die Einbestellung sei wegen der „antirussischen Handlungen“ und der Äußerungen der deutschen Führung erfolgt, teilte das Ministerium mit.

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