Zehn Jahre danach

Das wurde aus Kniefall-Protestler Colin Kapernick!

US-Sport
01.09.2026 11:20
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Zehn Jahre nach seinem Protest mit dem Kniefall während der US-Nationalhymne hat Colin Kaepernick seine Karriere als Football-Profi noch immer nicht offiziell beendet – gespielt hat der in der NFL geächtete Kaepernick seit der Saison 2016/2017 aber auch nicht mehr. Es war der Preis für eine Geste, die der inzwischen 38 Jahre alte Quarterback zeigte, um auf Rassismus, Ungleichbehandlung und Polizeigewalt aufmerksam zu machen.

„Wenn ich darüber nachdenke, ob es das wert war oder nicht: Wenn nur ein Leben gerettet wurde, ein Leben vorangekommen ist, war es das wert jeden Tag der Woche“, sagte Kaepernick einmal. Am 1. September 2016 ging Kaepernick vor dem Vorbereitungsspiel seiner San Francisco 49ers bei den San Diego Chargers während der Nationalhymne auf ein Knie. In den Spielen zuvor hatte er auf der Bank gesessen, was weitgehend unbemerkt geblieben war. Nach einem Gespräch mit einer ehemaligen Spezialkraft des US-Militärs entschied sich Kaepernick dann aus Respekt vor den Soldaten seines Heimatlandes fürs Knien statt Sitzen – und wurde so schnell zur Zielscheibe von Hass, Verachtung und Vorwürfen.

Trump beschimpfte ihn wüst
US-Präsident Donald Trump, damals als Kandidat im Rennen um die Präsidentschaft, beschimpfte Kaepernick und nannte Football-Profis, die während der Hymne nicht standen, später sogar als „Hurensöhne“. Kaepernick selbst bezeichnete Trump als „offen rassistisch“. Fans – auch die der 49ers – verbrannten Kaepernick-Trikots und buhten den damals 28-Jährigen aus. Dass er die Mannschaft nur zwei Jahre zuvor bis in die Super Bowl geführt hatte und als einer der aufregendsten Spielmacher der NFL galt, schien keinen Wert mehr zu haben.

(Bild: AP/Ted S. Warren)

Nach der Saison tauschten die 49ers Trainer und Manager aus, nach einem Gespräch mit Kyle Shanahan und John Lynch entschied sich Kaepernick für einen Abschied von seinem ersten NFL-Team – es sollte sein einziges bleiben. Seit dem 1. Jänner 2017, einem 23:25 gegen die Seattle Seahawks, stand Kaepernick nicht mehr für ein NFL-Team auf dem Feld. Seine Zeit steckt Kaepernick seither noch mehr in soziale Themen und er wurde mit mehreren Preisen für sein Engagement ausgezeichnet.

Keine zweite Chance
Offiziell im Ruhestand ist Kaepernick trotzdem nicht. Noch 2022 präsentierte er sich in einem Training bei den Las Vegas Raiders, sein Status ist weiterhin der eines Unrestricted Free Agents, also eines aktiven Spielers ohne Vertrag, der jederzeit verpflichtet werden könnte. Doch keines der 32 Teams gab Kaepernick eine zweite Chance – in einer Liga, die anderen Spielern mitunter auch eine dritte oder vierte Chance ermöglichte ...

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