„Großer Fehler“

IG-Metall-Chefin wirft VW-Chef schwere Fehler vor

Wirtschaft
01.09.2026 11:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vor einer Aufsichtsratssitzung über den Sparkurs bei Volkswagen wirft IG-Metall-Chefin Christiane Benner Konzernchef Oliver Blume schwere Fehler im Umgang mit der Belegschaft vor – er stelle sich „gegen Betriebsvereinbarungen und die historische Verantwortung des Konzerns“.

„Mit der IG Metall werden die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm nicht geschlossen“, kündigt Benner in einem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ Widerstand bei der Aufsichtsratssitzung an, die an diesem Freitag stattfinden soll.

Die IG-Metall-Chefin gehört dem Kontrollgremium an und ist stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende.

IG-Metall-Chefin Christiane Benner wirft Oliver Blume (zweites Bild) gegenüber Beschäftigten und ...
IG-Metall-Chefin Christiane Benner wirft Oliver Blume (zweites Bild) gegenüber Beschäftigten und Öffentlichkeit eine verfehlte Kommunikationspolitik vor.(Bild: Lando Hass/IG Metall)
Oliver Blume
Oliver Blume(Bild: VW)

Bei Volkswagen wird derzeit über weitere Sparmaßnahmen debattiert. Der laufende Arbeitsplatzabbau – 50.000 Stellen bis 2030 – reicht aus Sicht des Vorstands um Konzernchef Oliver Blume nicht aus. Im Raum steht der Abbau weiterer zehntausender Stellen. Die VW-Werke Emden, Hannover und Zwickau sowie das Audi-Werk Neckarsulm stehen auf der Kippe. Für sie gibt es laut Blume noch „keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre“.

„Großer Fehler der VW-Führung“
„Es ist ein großer Fehler der VW-Führung, Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm anzuzählen, 50.000 weitere Arbeitsplätze abbauen zu wollen und zugleich zu verkünden, die Umsatzrendite müsse von zuletzt 3,8 bis 2030 auf acht bis zehn Prozent steigen“, betont sie.

Jeder vierte Arbeitsplatz in Ostdeutschland hänge von der Autoindustrie ab. VW müsse beide Werke mit neuen Modellen auslasten und neue Geschäftsmodelle für die Standorte finden.

„Die Vorgehensweise des VW-Vorstands macht mich wütend: Warum verunsichert das Management um Blume die Beschäftigten in Emden und Zwickau jetzt, obwohl wir reichlich Zeit haben, Perspektiven für die beiden Standorte zu entwickeln?“, fragt Benner.

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