Prototyp in Spanien

AMG-“Erlkönig“ brennt bei Testfahrt komplett aus

Motor
27.07.2026 17:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Es sind Bilder, die selbst erfahrene Erlkönigjäger nur selten zu Gesicht bekommen: Ein getarnter Mercedes-AMG GT (solche Testfahrzeuge werden Erlkönige genannt) steht lichterloh in Flammen. Wenige Minuten später ist von dem Prototypen kaum mehr als ein ausgebranntes Gerippe übrig.

Passiert ist der spektakuläre Zwischenfall während einer Erprobungsfahrt in der spanischen Sierra Nevada. Dort testen viele Hersteller ihre neuen Modelle unter extremer Hitze und hoher Belastung – Bedingungen, die Schwachstellen schonungslos aufdecken sollen. Genau das dürfte diesmal passiert sein.

Videos vom Brand verbreiteten sich innerhalb weniger Stunden in den sozialen Netzwerken. Zu sehen ist ein vollständig getarnter AMG GT, der am Straßenrand in Flammen steht. Die Insassen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, verletzt wurde nach bisherigen Informationen niemand. Selbst die mitgeführten Feuerlöscher konnten den Brand offenbar nicht mehr eindämmen.

Weil die Flammen nach Augenzeugenberichten im Heckbereich entstanden sein sollen, wurde im Internet rasch über einen Zusammenhang mit dem Plug-in-Hybrid-Antrieb spekuliert. Tatsächlich sitzt bei den E-Performance-Modellen der Elektromotor samt Hochvoltbatterie an der Hinterachse. Belege dafür, dass ausgerechnet diese Technik den Brand ausgelöst hat, gibt es allerdings nicht – es ist schlichtweg nicht bekannt, welche Art Antrieb an Bord war. Mercedes hat die Ursache bislang nicht genannt und untersucht den Vorfall.

(Bild: Instagram.com/kikisnevada_pgarage)

Genau deshalb wäre jede Schlussfolgerung zum jetzigen Zeitpunkt voreilig. Entwicklungsfahrzeuge unterscheiden sich oft erheblich von Serienautos. Sie sind mit zusätzlicher Messtechnik, provisorischen Kabelbäumen und Versuchskomponenten ausgestattet, die später nie in Kundenfahrzeugen landen. Kommt es dabei zu einem Defekt, lässt sich daraus nicht automatisch auf ein Serienproblem schließen.

Für Mercedes-AMG ist der Verlust dennoch schmerzhaft. Bei dem Fahrzeug dürfte es sich um einen Prototypen des gelifteten AMG GT handeln, der für das Modelljahr 2027 vorbereitet wird. Solche Einzelstücke kosten Millionen und stecken voller neuer Technik, deren Entwicklung durch einen Totalschaden zurückgeworfen werden kann.

So spektakulär die Bilder auch sind – aus Sicht der Ingenieure gibt es zumindest einen positiven Aspekt: Ein Prototyp soll genau solche Grenzsituationen erleben. Tritt ein schwerwiegender Defekt während der Erprobung auf, kann er analysiert und behoben werden, bevor das Fahrzeug in Serie geht. Genau dafür finden Hitzetests wie jene in der Sierra Nevada statt.

Und noch ein Glück im Unglück: Es blieb beim Brand des Autos. Ein Waldbrand oder Ähnliches wurde nicht ausgelöst.

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