Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat sich nach seiner Kehlkopfoperation im April erstmals mit Stimmprothese zu Wort gemeldet: „Es geht mir gut, alles funktioniert ausgezeichnet.“ Seine Stimme klingt nun deutlich tiefer. Politisch will er schrittweise in den Alltag zurückkehren.
Noch klingt sie ungewohnt, die nun etwas tiefere Stimme des Landeshauptmannes. „Die Erfahrung, wieder Luft zu haben, ist ein neues Lebensgefühl“, teilte Doskozil mit. Er sei selbst überrascht, dass mit der Prothese alles so gut funktioniere. Das Luftholen, das ihm vor der Operation bereits sehr schwerfiel, fällt jetzt weg. Momentan muss sich Doskozil beim Sprechen noch stets mit der Hand auf das System drücken. Im September wird aber eine Kanüle entfernt, dann solle auch das der Vergangenheit angehören.
Schwierige Entscheidung vor Operation
Die Entscheidung, den Kehlkopf wegen der immer wieder kehrenden Verknöcherung entfernen zu lassen, sei nicht einfach gewesen. „Aber die Luft ist immer weniger geworden und ich habe am Ende auch Probleme beim Stiegensteigen gehabt“, schilderte Doskozil die Zeit vor dem Eingriff. Nachdem ihm sein Arzt am Uniklinikum Leipzig mitgeteilt habe, dass die Intervalle zwischen den Eingriffen nun immer kürzer würden, habe er nach Rücksprache mit seiner Frau eine Entscheidung getroffen. „Das war nicht leicht, weil man nicht weiß, was auf einen zukommt“, blickt der Landeshauptmann zurück.
Stimmlage soll sich noch bessern
Nach einer Kontrolluntersuchung Anfang Juni habe er dann mit dem Sprachtraining begonnen. Er sei selbst überrascht, dass alles auf so positive Art und Weise verlaufen sei. Sein bestes Stimmtraining sei die tägliche Arbeit. Zwischendurch gibt es immer auch logopädische Einheiten. „Ich bin überzeugt, dass sich die Stimmlage noch bessern wird“, so Doskozil. Ebenso sei das Reinigen der Kanüle bereits tägliche Routine. Für den Herbst plant er außerdem eine Radtour, „aber ohne E-Bike“.
„Politisch hat mich vieles geärgert“
Politisch will Doskozil nun weiter Schritt für Schritt in den Alltag zurückkehren. So möchte er im Herbst auch wieder im Landtag für die Fragestunde bereitstehen. „Geärgert hat mich in den vergangenen Wochen vieles“, ließ er außerdem wissen. Doskozil nannte dabei etwa die Pläne des Bundes im Gesundheitsbereich.
Gedanken darüber, ob er sich die Politik noch weiter antun solle, habe er sich in der Form nicht gemacht, es sei eher darum gegangen, ob das Reden wieder funktioniert und er weitermachen kann. Ambitionen auf die Bundespolitik hat Doskozil weiterhin keine.
Causa Ruck: „Froh, gewissen Verbindungen ferngeblieben zu sein“
Stellung nahm er auch zur Debatte rund um den Wiener Wirtschaftskammer-Präsidenten Walter Ruck. Er verwies dabei auf Passagen in seinem vor zwei Jahren erschienenen Buch: „Ich bin froh, gewissen Verbindungen und Bünden immer ferngeblieben zu sein.“
Abschließend bedankte sich der Landeshauptmann bei den Medien für die Fairness in den vergangenen Monaten – „Das ist in Zeiten wie diesen nicht selbstverständlich“ – sowie bei seiner Frau für die Unterstützung: „Sie hat viel auf sich genommen.“
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