Drei blau-gelbe Teams bekommen Freitag und Samstag zum Start des ÖFB-Cups Besuch aus der Bundesliga. Doch der große Geldregen wird es bei den Underdogs wohl nicht. Für Wieselburg ist es gegen WSG Tirol dennoch ein absolutes Klub-Highlight. Von der 2. Landesliga über den NÖ-Cupsieg auf die nationale Bühne...
Das Adrenalin schoss in die Höhe. Als drei blau-gelbe Unterhausvereine bei der Auslosung im dritten Topf übrig waren, damit fix einen Bundesligisten „gewonnen“ hatten, schlugen die Fußballherzen kollektiv höher. Kurzfristig. Aus dem Lostopf purzelten ausgerechnet die westlichsten Teams der Liga – als wäre für den Lottosechser nur die letzte Zahl falsch...
„Ich bin mit meiner Frau vor dem Fernseher gesessen und habe zu ihr gesagt: ,Pass auf, jetzt krieg ma Altach!’“, hatte Leobendorf-Obmann Günther Schweifer das Unglück im Glück zuhause kommen gesehen. Ironie des Schicksals. Schließlich ging der Ostligist als Winterkönig in die letzte Rückrunde. Seitdem klar wurde, dass ein eventueller NÖ-Meister keinen Cupplatz bekommt, war der Pokal im Frühjahr Thema Nummer eins. Der Titel blieb aus, der Geldregen aber auch. Der Vorjahresfinalist aus dem Ländle hat mit 1270 Kilometern die längste Anreise aller Teams – anders formuliert wird die Leobendorfer Hütte am Freitag nicht unbedingt brennen. „Wir haben keine Auflagen, keine Vorschriften, gar nichts. Der Fanbeauftragte der Polizei hat uns gesagt, wir brauchen nicht mit mehr als 30 Altach-Fans rechnen – für uns wird das wie ein normales Ligaspiel.“
Nicht so schlimm ist es für Krems, das mit Neo-Coach Stefan Maierhofer am Samstag Bundesliga-Aufsteiger Lustenau empfängt. „Wir erwarten über 2000 Besucher, circa 150 davon aus Vorarlberg. Das sind doch mehr Auswärtsfans als in der Ostliga“, lacht Boss Georg Stierschneider. Wirklich zufrieden ist man nicht: „Sportlich hast du da im Normalfall keinen Stich, deswegen wäre uns gleich Rapid oder Austria lieber gewesen!“
Und dann wäre NÖ-Cupsieger Wieselburg, der am Freitag daheim WSG Tirol fordert. „Cool, aber nicht ganz der große Name“, so Obmann Robert Gnant. „Wir freuen uns dennoch auf ein Fußballfest, hoffen auf gut 1200 Fans – wie bei unserem Landesliga-Derby gegen Ybbs.“ Da brauchte es zuletzt 900 Liter Bier, 600 Liter Spritzer und 750 Essen. Auf die Fans wartet diesmal auch eine tolle Tombola oder die Meisterehrung der JHG West. Die rechtzeitige Anreise wird empfohlen. Sportlich? Gnant: „WSG ist der große Favorit, aber wir können ebenso Fußball. Auch Kap Verde hat bei der WM überrascht.“
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