Verdächtiger frei

Bahnmitarbeiter nach Sturz außer Lebensgefahr

Ausland
20.07.2026 12:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Freitagabend ist ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn bei einem Streit mit einem betrunkenen Fahrgast aus dem fahrenden Zug gestürzt (siehe Video oben). Der 26-Jährige wurde schwer verletzt, schwebt am Montag aber nicht mehr in Lebensgefahr. Unterdessen wurde der bereits vorbestrafte Fahrgast (36) einem Haftrichter vorgeführt und kam wieder auf freien Fuß.

Der Verdächtige ist wegen Gewaltdelikten vorbestraft und derzeit auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft beantragte den Erlass eines Haftbefehls wegen Körperverletzung sowie die Anordnung des Vollzugs der Untersuchungshaft gegen den 36-Jährigen. Das Amtsgericht Karlsruhe kam dem aber nicht nach und ließ den Mann wieder auf freien Fuß. Entscheidend dafür war unter anderem ein Überwachungsvideo, das der Haftrichter ausgewertet hat. Dieses habe Zweifel am Ablauf des Geschehens geweckt, hieß es.

Für dies Entscheidung hagelte es scharfe Kritik der Gewerkschaft. „Es mag juristische Gründe dafür geben, dass der vorbestrafte Täter, der einen Kollegen aus einem fahrenden Zug geprügelt hat, auf freien Fuß gesetzt wurde. Aber was ist das für ein Signal an alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, die in diesen Stunden um ihren Kollegen bangen? Die heute noch ihre Schicht antreten müssen und ihrer Familie sagen, dass schon alles gut gehen werde?“, sagte EVG-Vizechefin Cosima Ingenschay. Mittlerweile gebe es jeden Tag gewaltsame Übergriffe, Bundeskanzler Friedrich Merz dürfe nicht mehr schweigen.

Der deutsche Bahnmitarbeiter schwebt nach dem Vorfall in Lebensgefahr.
Der deutsche Bahnmitarbeiter schwebt nach dem Vorfall in Lebensgefahr.(Bild: sudok1/stock.adobe.com)

Das ist bisher bekannt
„Wir brauchen Gesetzesänderungen und wir brauchen das Durchgriffsrecht“, forderte auch Mario Reiß, Chef der Lokführergewerkschaft GDL. Tatsächlich werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn derzeit immer wieder Ziel von Angriffen. Im Februar kam ein Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz ums Leben, nachdem er von einem Schwarzfahrer attackiert worden war.

Im aktuellen Fall konnte der Verdächtige am Freitagabend zwischen Offenburg und Karlsruhe keinen Fahrschein vorzeigen. Zudem weigerte er sich, seine Personalien anzugeben. Daraufhin zog die Deutsche Bahn zwei Mitarbeiter der DB Sicherheit hinzu. Diese beleidigte der Fahrgast und griff sie auch physisch an. Nach bisherigen Erkenntnissen schlug und trat der 36-Jährige den 26-Jährigen. Durch das Gerangel öffnete sich eine Zugtür, durch der Mitarbeiter ins Freie stürzte. Der Zug war zu diesem Zeitpunkt mit rund 120 Kilometern pro Stunde unterwegs. Der Mann wurde schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

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