Ihr nicht zur Schau gestelltes Kümmern ist das Erfolgsrezept der Grazer Bürgermeisterin. Während die Kommunisten feiern, herrscht bei der SPÖ Fassungslosigkeit. Doch allein mit dem Rückzug von Doris Kampus wird es nicht getan sein.
An einem Aprilmontag routinemäßig in ihrem Büro nachgefragt, welche Termine bei der Bürgermeisterin denn auf dem Wochenplan stünden. „Ich hab mit der Elke heute noch nicht sprechen können, sie ist erst um 4 Uhr früh heimgekommen und dann direkt zu einem Termin gegangen.“ Und wo war sie so lange, die Frau Kahr? „Beim Großbrand in einem Wohnkomplex auf dem Grillweg, sie hat Ersatzwohnungen für die Mieter organisiert.“
So tickt die Wahlsiegerin vom Sonntag. Ihr nicht zur Schau gestelltes Kümmern um die Anliegen vor allem der „kleinen Leute“ ist authentisch. Die anderen Parteien haben es schwer, eine Antwort auf ihre Politik zu finden: Eine Elke Kahr lässt sich nicht so einfach kopieren.
Dringend Antworten verlangt indes die rote Basis nach dem brutalen Absturz und dem Verlust des Klubstatus. Doch nur mit einem Chefwechsel in Graz kann es nicht getan sein – so lange die Genossen in der Öffentlichkeit das Bild eines zerstrittenen Haufens abgeben, wird es nur noch weiter nach unten gehen. Dass eine amtierende rote Gemeinderätin auf der Wahlparty der KPÖ aufkreuzt und den Sieg der Konkurrenz bejubelt, ist nur bezeichnend für den Zustand dieser Partei.
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