Österreichs Tennis ist in den Einzelbewerben in Wimbledon nicht mehr vertreten! Sebastian Ofner verlor am Mittwoch in der zweiten Runde des Grand-Slam-Turniers gegen den Polen Hubert Hurkacz trotz ansprechender Leistung nach 1:57 Stunden 6:7(8), 4:6, 4:6. Ofner, der im Vorjahr in Runde drei ausgeschieden war, hatte dabei im ersten Durchgang zwei Satzbälle. Im Ranking wird Ofner damit zumindest zwölf Plätze verlieren und an die 122. Stelle zurückfallen.
„Gegen einen Spieler wie Hurkacz ist es richtig schwierig, vor allem wenn er gut serviert. Da hat man selber beim eigenen Aufschlagspiel den Druck, dass man den nicht abgeben sollte“, erklärte Ofner im Anschluss. Hurkacz habe richtig gut serviert. „Ich habe mir beim Return ein bisserl schwergetan, seine Aufschläge zu lesen.“
Hochklassiger erster Satz
Satz eins zeigte hochklassiges Rasen-Tennis – zumeist sehr kurze Ballwechsel, dominante Aufschläger und einen Sebastian Ofner, der auch mit der Vorhand immer wieder starke Phasen hatte. Der Steirer war bei seinem eigenen Service lange unantastbar, er selbst fand bei 4:4 gleich vier Breakchancen vor. Hurkacz wehrte diese aber stark ab. So ging es ins unvermeidliche Tiebreak, in dem der Pole aggressiver spielte und mehr ans Netz kam. Dennoch hatte Ofner bei 6:5 und 8:7 zwei Satzbälle, doch es war Hurkacz, der zum 10:8 nach 50 Minuten seine zweite Chance nutzte.
„Der erste Satz war natürlich schade, der war auf sehr hohem Niveau“, resümierte Ofner. Der knappe Satzverlust nahm ihm aber etwas Wind aus den Segeln, Hurkacz zog dank zweier Breaks auf 4:1 davon. „Das hat mich konzentrationstechnisch was gekostet.“ Bei 1:1 sei ein Game nicht so gut gelaufen, und dann sei der Biss kurz weggewesen, ließ Ofner durchklingen. Österreichs Nummer eins gelang noch ein Rebreak, wehrte bei 3:5 noch einen Satzball ab, doch nach 85 Minuten servierte Hurkacz zum 6:4 aus. Im dritten Durchgang hielt der ÖTV-Davis-Cup-Spieler zwar weiter gut mit, doch mit dem Break zum 5:4 war für Hurkacz alles angerichtet. Der Pole servierte sicher aus.
Rückkehr in Top-100 nächstes Ziel
Ofner wird nun einmal mehr versuchen, möglichst rasch die Rückkehr in die Top-100 zu schaffen. „Ich glaube, dass ich mir eine sehr gute Ausgangsposition geschaffen habe, weil jetzt habe ich mehr oder weniger nichts mehr zu verteidigen bis zum Jahresende“, erklärte der Schützling von Wolfgang Thiem. Für eine direkte Qualifikation für die US Open werde es aber zu knapp werden. „Ich spiele nur noch zwei Turniere, nächste Woche ein Challenger in Deutschland (Braunschweig, Anm.) und wahrscheinlich Baastad, da müsste ich 150 oder mehr Punkte machen.“ Auf dem Plan steht freilich auch noch Kitzbühel: „Es ist immer was Besonderes, zu Hause zu spielen. Das Feld ist heuer unglaublich besetzt für ein 250er-Turnier.“
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