„Schlüsselindustrie“

Jeder elfte Euro wird durch IT erwirtschaftet

Digital
24.06.2026 09:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

Informationstechnologie (IT) und Software bilden nicht nur das Rückgrat des digitalen Wandels – die IT-Branche ist mittlerweile zu einem entscheidenden Faktor für die österreichische Gesamtwirtschaft geworden, wie eine aktuelle Studie über die volkswirtschaftliche Bedeutung des heimischen IT-Sektors zeigt. 

Mit einer Bruttowertschöpfung von insgesamt 40,5 Milliarden Euro steuert die Branche 8,9 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung des Landes bei. Damit werde jeder elfte Euro in Österreich durch IT erwirtschaftet, so Ökonom Christian Helmenstein vom Economica-Institut, das die Studie erstellt hat. Die IT-Branche sei in Österreich „längst eine Schlüsselindustrie“.

Die Regierung will den Stellenwert von IT und Digitalisierung weiter erhöhen, kündigte Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll an. Die Fördermittel für den Bereich sollen trotz des Sparbudgets steigen. „Wir wollen hier an die Spitze“, sagte Pröll am Dienstagabend bei der Präsentation der Studie.

Unter anderem sollen das Datenmanagement des Staates und die Identifizierungsmöglichkeit ID Austria ausgebaut werden. Im EU-weiten Digitalisierungsindex soll Österreich bis Ende 2029 in die Top drei vorstoßen – von derzeit Rang sechs.

Mehr Wertschöpfung in der IT-Branche als im Energiesektor
Schon der Kernbereich der IT – mit Softwareentwicklung, Programmierung und IT-Beratung – übertreffe mit 16,5 Milliarden Euro die direkte Wirtschaftsleistung der heimischen Energieerzeugung, zeigt die Studie im Auftrag des Verbands österreichischer Software Innovationen.

Berücksichtigt man auch zugehörige Bereiche wie Telekom, ist die Wertschöpfung beinahe doppelt so hoch wie in der Baubranche. Mit einem realen Wachstum von 18 Prozent seit 2019 wirke die Branche auch in herausfordernden Zeiten expansiv, stellt Helmenstein fest.

Die heimische IT-Branche beschäftigt direkt und indirekt gut 322.500 Personen, das entspricht der Einwohnerzahl von Graz. Helmenstein verweist darauf, dass die Zahl der Beschäftigten mit einer Zunahme um 30,7 Prozent – oder 4,6 Prozent jährlich – seit 2019 deutlich stärker gewachsen sei als die Wertschöpfung mit plus 18 Prozent oder 2,8 Prozent jährlich. Der Frauenanteil in der IT-Branche steigt stetig und liegt aktuell mit 21,8 Prozent erstmals über einem Fünftel.

Software-Sektor erhöhte Wirtschaftsleistung um zwei Prozentpunkte
Auch die Steigerung der Löhne und Gehälter um rund 50 Prozent seit 2019 auf 18,2 Milliarden Euro liege deutlich über dem Durchschnitt. Für Helmenstein ist das ein „enormer Zuwachs, den man erst mal verdienen muss“. Der vermehrte Einsatz von KI (Künstliche Intelligenz) könne Produktivitätsvorteile bringen.

Zum Wachstum der Gesamtwirtschaft habe der IT-Sektor knapp zwei Prozentpunkte beigetragen. Die heimische Bruttowertschöpfung in Österreich stieg von 2019 bis 2025 nominell um 29,8 Prozent. Ohne IT-Sektor hätte das Wachstum lediglich 27,9 Prozent ausgemacht.

Geografisch konzentriert sich die IT-Wertschöpfung in Österreich weiter auf die Bundeshauptstadt. Der Stellenwert Wiens als IT-Hotspot des Landes stieg weiter und betrug 2025 bereits 50 Prozent, um drei Prozentpunkte mehr als 2019. In Wien entfällt mit 18 Prozent beinahe ein Fünftel der im Bundesland erwirtschafteten Leistung auf die IT-Branche. Ein Spitzenwert, an den mit Abstand annähernd nur Kärnten (zwölf Prozent) heranreicht.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

krone.at
krone.at
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung