KI mischt Karten neu

Samsung nicht mehr wertvollste Firma Südkoreas

Digital
22.06.2026 09:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein knappes Vierteljahrhundert nach einer Beinahe-Pleite ist SK Hynix zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Südkoreas aufgestiegen. Die Aktien des weltweit zweitgrößten Speicherchip-Herstellers stiegen am Montag in Seoul um bis zu 6,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 2,945 Millionen Won. Damit erreichte der Konzern eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 1,184 Billionen Euro.

Der Börsenwert des bisherigen Spitzenreiters Samsung lag bei etwa 1,159 Billionen Euro. Der US-Konkurrent Micron kam zuletzt auf rund 1,116 Billionen Dollar.

Profiteur des KI-Booms
Hynix ist einer der Profiteure des aktuellen KI-Booms. Das Unternehmen ist der weltweit führende Anbieter sogenannter HBM-Speicher (High Bandwidth Memory). Diese können Daten besonders schnell speichern und wieder ausgeben. Bei diesen Hochleistungschips beherrscht Hynix etwa 61 Prozent des Weltmarktes. Samsung und Micron kommen auf 17 beziehungsweise 21 Prozent. Zudem haben sich wegen der rasant gestiegenen Nachfrage die Preise sowohl für HBM- als auch klassische Speicher in den vergangenen Monaten vervielfacht. Dies treibt die Gewinne von Hynix von einem Rekordhoch zum nächsten. Innerhalb der kommenden fünf Jahre will der Konzern seine Produktion verdoppeln.

Im Jahr 2002 stand Hynix kurz vor dem Verkauf an Micron, nachdem das Unternehmen durch eine aggressive Expansionsstrategie hohe Schulden angehäuft hatte. Anschließend fiel der Aktienkurs zeitweise auf bis zu 135 Won (0,08 Euro). In den darauffolgenden Jahrzehnten folgte das Geschäft dem Auf und Ab der Speicherchip-Konjunktur. Der bisher letzte Branchenabschwung 2023 brockte Hynix einen operativen Jahresverlust von umgerechnet 4,4 Milliarden Euro ein. Die massiven Investitionen von Technologiekonzernen wie Microsoft oder Google in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) verhalfen dem Speicherchip-Hersteller im Jahr darauf zu einem Rekordergebnis von 13,36 Milliarden Euro.

Experten zufolge ist die Entscheidung von Hynix, sich auf die Entwicklung von HBM-Speichern zu konzentrieren, der Schlüssel zum aktuellen Erfolg. Diese Halbleiter sind speziell auf die jeweiligen KI-Prozessoren, mit denen sie kombiniert werden, zugeschnitten. Die enge technische Verzahnung erschwert den Wechsel zu einem anderen Speicherchip-Anbieter. „Früher spielte es keine Rolle, ob der Speicher von Hynix, Samsung oder Micron stammte“, erläutert Chey Tae-won, der Verwaltungsratsvorsitzende des Hynix-Mutterkonzerns SK Group, in einem Buch. „HBM ist anders. Wenn der HBM von SK Hynix durch ein anderes Produkt ersetzt wird, funktioniert das KI-System möglicherweise nicht mehr richtig. Was früher eine Randkomponente war, ist mittlerweile zu einem integralen Bestandteil geworden.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

krone.at
krone.at
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung