Apple prüft offenbar den Einsatz von Speicherchips des chinesischen Herstellers CXMT. Der US-Konzern soll die Chips einem US-Medienbericht zufolge für verschiedene Produktlinien testen, darunter iPhones und MacBooks. Apple reagiere damit auf steigende Kosten für Speicherchips, hieß es.
Wie das „Wall Street Journal“ am Sonntag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete, hat Apple erste Gespräche mit CXMT über die Lieferung von Komponenten für Geräte geführt, die in China verkauft werden sollen. Apple hoffe dabei auf die Zustimmung der US-Regierung, um politische Bedenken auszuräumen. Von Apple und CXMT waren auf Anfrage von Reuters zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten.
Erhebliche Hürden
Einem solchen Geschäft stehen jedoch erhebliche Hürden im Weg. US-Vorschriften verbieten den Transfer von Technologie an CXMT, was verhindert, dass Apple wie üblich maßgeschneiderte Chips bestellen kann. Der Konzern könnte demnach nur Standard-Komponenten verwenden, was möglicherweise eine Neugestaltung von Teilen seiner Produkte erfordern könnte.
Zudem regt sich dem Bericht zufolge in Washington politischer Widerstand: Einige US-Politiker befürchten, dass Aufträge von Apple dem chinesischen Konzern Zugang zu amerikanischem Know-how verschaffen und damit auch Pekings Militär stärken könnten. Das US-Verteidigungsministerium führt CXMT auf einer Liste von Unternehmen mit angeblichen Verbindungen zum chinesischen Militär.
CXMT viertgrößter DRAM-Hersteller
Ein möglicher Auftrag von Apple wäre ein großer Erfolg für CXMT und ein wichtiger Schritt in Chinas Bestreben nach technologischer Unabhängigkeit. CXMT ist der viertgrößte Hersteller von sogenannten DRAM-Speicherchips weltweit, die als Arbeitsspeicher in Geräten von Smartphones bis zu Rechenzentren zum Einsatz kommen. Der Markt wird jedoch von den südkoreanischen Konzernen Samsung und SK Hynix sowie Micron aus den USA beherrscht, die zusammen auf einen Anteil von rund 90 Prozent kommen.
Das chinesische Unternehmen treibt seine Expansion mit Hochdruck voran und plant neue Fabriken, um seine Produktionskapazität zu verdoppeln. Nach einem fulminanten Börsendebüt Anfang August stieg CXMT aus dem Stand zum wertvollsten börsennotierten Konzern Chinas auf.
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