„Gutachterstreit“

Verfahren gegen zwei Ländle-Polizisten eingestellt

Vorarlberg
10.08.2026 13:35

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat laut ORF Vorarlberg die Ermittlungen gegen zwei Polizisten wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch beendet. Die beiden hatten nach einem Unfall in Egg nicht den von der Staatsanwaltschaft gewünschten Sachverständigen beauftragt.

Der Grund für die Einstellung des Verfahrens ist, dass den beschuldigten Beamten keine nachweisbare Schuld angelastet werden konnte. Die Ermittlungen ergaben vielmehr, dass die Beamten in der festen Annahme handelten, der von der Staatsanwaltschaft namentlich bestimmte Gutachter sei nicht erreichbar oder anderweitig verhindert. Auf Basis dieser Annahme kontaktierten sie einen anderen Sachverständigen. Da somit kein Vorsatz nachweisbar war, musste das Verfahren eingestellt werden.

Fall hatte Ursprung bei Unfall in Egg
Ausgelöst wurden die Untersuchungen durch einen Verkehrsunfall in der Bregenzerwälder Gemeinde Egg. Nach dem Unfall hatte die Staatsanwaltschaft einen spezifischen Sachverständigen namentlich mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Die Polizisten vor Ort kontaktierten jedoch eine andere Person für diese Aufgabe. Daraufhin wurden Ermittlungen wegen Amtsmissbrauch eingeleitet.

Naheverhältnis zwischen Staatsanwälten und Gutachter
Die Causa erhält noch durch einen anderen Umstand eine besondere Brisanz: So soll der Sachverständige, der beim Unfall „übergangen“ worden war, ein De-facto-Monopol haben und von der Staatsanwaltschaft Feldkirch 98 Prozent aller Gutachten zugeschanzt bekommen – ein überaus lukratives Geschäft. Und offenbar pflegen die beiden damals involvierten Staatsanwälte – also der zum Unfallzeitpunkt diensthabenden Behördenvertreter und jener Staatsanwalt, der das Ermittlungsverfahren in Auftrag gegeben hat – ein enges Verhältnis mit dem Gutachter. 

In Führerschein-Causa involviert
Woher sie sich kannten? Alle drei waren 
nebenberuflich als Fahrprüfer tätig. Und diese haben in Vorarlberg seit der „Führerschein-Causa“ bekanntlich keinen besonders guten Leumund mehr. Zur Erinnerung: Einem Klüngel an Fahrprüfern war vorgeworfen worden, systematisch Prüflinge durchfallen zu lassen und damit Kasse zu machen. Die Staatsanwaltschaft hat zwar aufgrund eines „unzureichenden Anfangsverdachts“ die Ermittlungen eingestellt, ein „Geschmäckle“ aber bleibt.

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