Und wieder ein Titel geht ins Sportland Steiermark! Mit der Meisterschaft der Basketballer aus Kapfenberg endete die nationale Ballsport-Saison aus steirischer Sicht am Wochenende äußerst erfolgreich. Alles läuft deswegen in unserem Bundesland allerdings nicht rund.
Steirer müsst’ ma sein. Das denken sich längst Kollegen aus anderen Bundesländern, die neidisch in die Grüne Mark blicken. Man hat uns wohl insgeheim schon zur „Titel-Mark“ umbenannt: Meister im Eishockey durch die Graz99ers, Hartbergs Volleyballer beendeten die Saison auf Platz eins, die Kapfenberg Bulls sind die besten Basketballer im Land. Hätte Sturm im Fußball auch noch das Wunder geschafft, die Saison wäre noch kitschiger geworden.
Peinlich ist aber – wie leider schon viel zu häufig beschrieben – vielerorts die Infrastruktur, in der diese Ergebnisse erzielt werden. Vom bald 30 Jahre alten Liebenauer Stadion will man gar nicht mehr reden. Und ein Besuch im Turnsaal namens Walfersamhalle, in den sich 1000 Menschen zwängen, verdeutlicht umso mehr, welche Stunde es in puncto Infrastruktur vielerorts mittlerweile geschlagen hat.
Dazu kommt die traditionell stiefmütterliche Rolle des Sports in der Gesellschaft. Die jüngst publik gewordenen Kürzungspläne von Konzernen wie Holding Graz oder Energie Steiermark treffen vor allem Vereine der „Randsportarten“. Die erreichte Finalserie kostete Kapfenbergs Basketballer knapp 50.000 Euro – samt dreier Heimspiele sowie einer verlängerten Vertragsdauer für das Personal. Gleichzeitig werden durch Sponsor-Einsparungen existenziell wichtige Gelder gekürzt. Da kann sich die Meisterrechnung dann irgendwann nicht mehr ausgehen!
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