Täterkleidung in Fluss

Krimi um Juwelier-Einbruch: Spur führt nach Tirol

Tirol
13.06.2026 11:40

Die Täter hatten es auf wertvolle Uhren und Schmuck abgesehen: Seit Mitte Mai ermittelt die bayerische Polizei zu einem Blitzeinbruch in ein Juwelier-Geschäft nahe der österreichischen Grenze. Jetzt liegen neue Ergebnisse vor – und die Spuren führen direkt nach Tirol. Kann das Kriminalrätsel mit Hilfe aus der Nachbarschaft nun gelöst werden?

Schwangau im bayerisch-schwäbischen Landkreis Ostallgäu – mit rund 3300 Einwohnern recht beschaulich, und dennoch weltbekannt. Insbesondere wegen der Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau.

Vitrinen mit Vorschlaghammer zertrümmert
In der Nacht auf den 15. Mai trieben im Ort Einbrecher ihr Unwesen – vermutlich Profis! Sie zertrümmerten bei einem Juweliergeschäft ein Schaufenster und im Inneren schließlich mit einem Vorschlaghammer mehrere Vitrinen. Sie schnappten sich Uhren, Schmuck und andere Wertgegenstände und suchten dann wieder das Weite.

Alles in allem dürfte der Coup weniger als zwei Minuten gedauert haben. Den Wert der Beute beziffert die Polizei mit mehreren Zehntausend Euro!

Trinkflasche brachte Ermittler bisher nicht weiter
Die Ermittlungen laufen seither auf Hochtouren. Von den Einbrechern fehlt bis dato aber jede Spur. Hoffnung setzten die Kriminalisten zunächst insbesondere auf eine schwarze Sport-Trinkflasche von „Decathlon“ aus Plastik. „Diese ist von den Einbrechern im Laden zurückgelassen worden“, hieß es von der ermittelnden Kriminalpolizei Kempten.

Diese Flasche wurde von den Einbrechern zurückgelassen.
Diese Flasche wurde von den Einbrechern zurückgelassen.(Bild: PP SWS)

Es wurde auch nicht ausgeschlossen, dass die Täter in den südlichen Teilen der Landkreise Oberallgäu, Ostallgäu oder Weilheim-Schongau ihr Quartier bezogen hatten. Ein diesbezüglicher Zeugenaufruf, der sich vor allem auch an Beherbergungsbetriebe gerichtet hatte, blieb jedoch ohne Ergebnis.

Über „grüne“ Grenze nach Österreich
Am Freitag gab die bayerische Kriminalpolizei neue Details zu dem Fall bekannt und wandte sich sofort auch an die Tiroler Kollegen. „Laut neuesten Erkenntnissen war die unbekannte Täterschaft damals nach dem rabiaten Einbruch um kurz vor 5 Uhr vom Tatort in Hohenschwangau in die österreichische Region Reutte geflüchtet“, so die Kripo Kempten.

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Nach derzeitiger Einschätzung dürften die Täter mitsamt Beute entlang des Alpsees über die grüne Grenze bis Pinswang gewandert sein.

Ermittler, Kripo Kempten

Die Täter dürften mitsamt der Beute „entlang des Alpsees über die grüne Grenze bis Pinswang im Bezirk Reutte gewandert sein.“ Die Kriminellen trugen offenbar „wandertypische Outdoorbekleidung“, dürften also niemandem sonderlich verdächtig vorgekommen sein.

Schuhe und Rucksack trieben in Fluss
Ein weiteres – vielleicht entscheidendes – Ermittlungsdetail, das nun mit dem Fall in Verbindung gebracht werden konnte: „Irgendwo zwischen dem Wasserkraftwerk Weißhaus und Oberpinswang entledigten die Täter sich ihrer Schuhe und einem schwarzen Rucksack. Gegen Mittag sind die Sachen im Lech treibend aufgefallen, der Polizei Reutte gemeldet und von der Wasserrettung Reutte geborgen worden“, schildern die Ermittler.

Die Kripo Kempten hofft jetzt auch auf Mithilfe aus Österreich. Hinweise oder verdächtige Wahrnehmungen unter der Rufnummer +49 831 9909-0.

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