Die fast auf das Niveau einer Kleinpartei zusammengeschrumpfte Grazer SPÖ hat in den letzten Jahren die Holding als größtes städtisches Tochterunternehmen peu à peu umgefärbelt. Und das mit Duldung der Koalitionspartner KPÖ und Grüne.
Die Holding Graz sorgt dieser Tage für Gesprächsstoff in der Landeshauptstadt: Zuerst wurde publik, dass ausgerechnet das im öffentlichen Eigentum stehende Unternehmen das Sport-Sponsoring teils massiv runterfährt und damit den einen oder anderen Verein vor existenzielle Probleme stellt. Nun wurde via „Krone“ bekannt, dass die größte städtische Tochter mit mehr als 3000 Mitarbeitern in den letzten Jahren von der SPÖ kräftig umgefärbelt wurde.
Vom Vorstandsvorsitzenden Gert Heigl abwärts wurden viele Schlüsselpositionen mit Genossen besetzt. Eine Tatsache, die Beobachter doch etwas ratlos zurücklässt. Schließlich fuhren die Sozialisten beim letzten Urnengang in der steirischen Landeshauptstadt mit nicht einmal zehn Prozent das historisch schlechteste Ergebnis ein und in der Realpolitik im Rathaus begnügt man sich deshalb auch als braver Steigbügelhalter und Mehrheitsbeschaffer für die Koalitionspartner KPÖ und Grüne.
Letzte Chance für die SPÖ?
Dass diese die Roten so einfach gewähren lassen, mutet auch einigermaßen seltsam an. Die durch die Umfärbelung verursachte schiefe Optik fällt schließlich auf die gesamte Koalition zurück. Es drängt sich letztlich der Eindruck auf, als ob die SPÖ in leichter Verzweiflung die letzte Möglichkeit nutzen wollte, in der Murmetropole doch noch eine Rolle zu spielen. Die Holding sozusagen als letztes Hoheitsgebiet der einstigen Bürgermeisterpartei.
Einen schönen Donnerstag!
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