Heute in einem Monat werden in der steirischen Landeshauptstadt die Karten neu gemischt: Am 28. Juni wählt Graz einen neuen Gemeinderat. Die Prognosen sind unsicher, in der Murstadt sollte man besser keine Wetten eingehen. Für Amtsinhaberin Elke Kahr, so viel ist fix, läuft es aber gut.
Für Elke Kahr, 2021 überraschend zur Bürgermeisterin geworden, dürfte es ein Start-Ziel-Sieg werden – unklar ist nur, wie hoch er ausfällt. Möglich sind sogar über 30 Prozent für die Kommunistin, zumal sie bis dato einen weitgehend fehlerfreien Wahlkampf abgeliefert hat. Noch deutlicher als bisher trägt die 64-Jährige ihre Bürgernähe und ihr soziales Engagement zur Schau und muss sich dafür nicht einmal verbiegen. Diese Authentizität kommt an, und ihre Konkurrenten beißen sich an ihr die Zähne aus.
Dass die Grazer ÖVP und Parteichef Kurt Hohensinner dennoch versuchen, der Amtsinhaberin bei jeder Gelegenheit eine mitzugeben, wie es auf gut Steirisch heißt, liegt in der Natur der Sache, bringt nur nichts. An der roten Elke scheint alles abzuperlen, und wer Schmutz wirft, macht sich meist nur selbst dreckig. Sympathiepunkte haben die Stadtschwarzen mit Dirty Campaigning noch nie gemacht.
Für Doris Kampus und ihre Grazer SPÖ wiederum geht es ums politische Überleben. Nach einem anfänglichen Holper-Start hat die ehemalige Soziallandesrätin mittlerweile ihr Leib- und Magenthema gefunden: Gesundheit und Pflege. Aufgrund ihrer privaten Situation verkörpert sie das glaubwürdig, und bei den roten Stammwählern, den Pensionisten, trifft Kampus damit einen Nerv. Ob das für den Einzug in den Stadtsenat reichen wird, wissen wir heute in einem Monat.
Einen schönen Donnerstag!
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