Drama um Tennisstar Jannik Sinner. Der Topfavorit musste bei den French Open bereits in der zweiten Runde die Segel streichen! Dabei lag er gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo schon mit 2:0 in Sätzen in Führung. Auch im dritten Satz schien er kurzen Prozess zu machen – doch dann hatte der Südtiroler mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Der Weltranglistenerste kämpfte sich zwar auf den Platz zurück, war aber nicht mehr in der Lage, mitzuhalten. Cerundolo holte sich die drei verbliebenen Sätze und der ganz große Turnierfavorit ist völlig unerwartet ausgeschieden!
Zwei Sätze lang lief alles nach Plan. Jannik Sinner, der vom Veranstalter extra die erste Partie auf dem Court Philippe Chatrier – als erster Mann seit drei Jahren – erhalten hatte, spielte gegen Juan Manuel Cerundolo nicht berauschend, aber höchst solide und raste erwartungsgemäß zu einer 6:3, 6:2-Führung.
Als Sinner auch im dritten Satz 5:1 in Front lag, schien sein Dritt-Runden-Einzug eine Frage von Minuten. Doch plötzlich riss der Faden. Sinner wirkte nicht ganz bei sich, beging Fehler, die man von ihm nicht kennt, kam nicht mehr zu Bällen hin. Die Hitze setzte dem Südtiroler sichtlich zu, der beklagte, sich schwindlig zu fühlen. Er machte nur drei (!) der nächsten 27 Punkte, verlor den Durchgang mit 5:7.
Erinnerungen an Australien
Danach nahm Sinner eine lange Pause. 9:09 Minuten benötigte der Italiener, um seine Kleidung zu wechseln, sich etwas zu erfrischen. Erinnerungen an sein Match gegen Elliott Spizziri in Australien wurden wach, als er ebenfalls mit der Hitze zu kämpfen hatte, es nach einer Pause aber mit frischen Kräften über die Ziellinie schaffte.
Und in der Tat zeigte sich Sinner zum Beginn des vierten Satzes wieder etwas verbessert. Doch die langen Wege wollte er vermeiden, die Punkte kurz halten. Zwischen den Ballwechseln suchte er, sich im Schatten aufzuhalten, stand meist auf den Schläger gestützt. Beim Seitenwechsel überschüttete er sich mit Wasser. Und mit längerem Aufenthalt auf dem heißen Platz wurde das natürlich nicht besser.
Sinner lief kaum mehr zu einem Ball hin, Cerundolo nutzte das, um zum 3:1 zu breaken. Als der Weltranglistenerste kurz darauf drei Breakchancen erarbeitete, atmeten seine Fans wieder auf – doch konnte er keine nutzen. Bei den letzten beiden Bällen des Games blieb Sinner einfach stehen. So ging auch Satz vier mit 1:6 schnell weg.
Smashs klappen nicht
Doch der 24-Jährige gab nicht auf. Er wusste, wenn er diese Partie irgendwie noch drehen, sich danach erholen könnte, wäre die Titelchance absolut weiter intakt. Zumal für die zweite Woche deutlich kühlere Temperaturen angesagt sind. So versuchte es Sinner mit einer neuen Strategie, kam nach jedem Aufschlag ans Netz – und musste dennoch das Break hinnehmen, weil auch seine Smashs nicht funktionierten.
Während Cerundolo alles richtig machte. Er hielt den Ball im Spiel, versuchte, Sinner zu bewegen, was dieser eben nicht mehr konnte. Mit zwei frühen Breaks zum 4:0 stellte der Argentinier, Nummer 56 der Welt, die Weichen endgültig auf Sieg. Der Italiener hatte zwar noch die ein oder andere Breakchance, doch die wehrte sein Gegner abgebrüht ab. Nach 3:36 Stunden war Sinners Turnier und damit die Chance, den Karriere-Grand-Slam zu vollenden, vorbei.
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