Frankreichs Supertalent begeistert weiter! Der erst 17-jährige Moise Kouame gewann einen 4:56 Stunden dauernden Thriller gegen Adolfo Vallejo (Paraguay) 6:3, 7:5, 3:6, 2:6, 7:6 (8) und schaffte es als jüngster Spieler seit Michael Chang 1988 in die dritte Runde der French Open.
Schon zum Auftakt gegen Marin Cilic hatte Moise Kouame mit seinem Sieg Geschichte geschrieben, als jüngster Spieler seit 2009, der ein Grand-Slam-Match gewann. In Runde zwei setzte er einen drauf, ist nun der Jüngste seit Rafael Nadal 2003 in Wimbledon in der dritten Runde eines Majors.
Dabei verblüffte er gegen Adolfo Vallejo wieder mit seiner für sein Alter erstaunlich reifen und vielseitigen Spielweise. Er variierte seine Schläge, mal ging er auf den Rückhand-Winner, dann hielt er den Ball nur hoch im Spiel und erkämpfte sich eine 6:3, 7:5-Führung.
Doch es stellte sich Müdigkeit ein bei Kouame. Der 17-Jährige hatte vor dem Turnier noch nie eine Fünfsatzpartie gespielt. „Das fehlt mir natürlich, kenne ich nur aus dem Fernsehen“, hatte er vor dem Turnier erzählt. Und dieser fehlenden Erfahrung musste er Tribut zollen, in Form einer höheren Anzahl an Fehlern, die sich einstellten.
Nach dem verlorenen Satz legte Kouame die ihm zugestandene Toilettenpause ein, wechselte die Kleidung und kam mit frischer Energie zurück. Er hatte sich was vorgenommen. Im ersten Game des vierten Durchgangs grub er sehenswert Bälle aus und schaffte das Break. Da tobte der Lenglen – nur um vom sofortigen Rebreak wieder erstickt zu werden.
Schläger zerlegt
Als Vallejo zum 2:1 hielt, musste bei Kouame der Frust raus, zerlegte er seinen Schläger. Da sah man die fehlende Reife. Wenige Punkte später merkte man den Franzosen eben auch das körperliche Manko an, als er nach einer Rallye den Schläger los ließ, lange verschnaufen musste. Das Publikum spürte dies, feierte jeden seiner Punkte frenetisch. Doch das reichte nicht. Kouame verlor Satz vier 2:6.
Im fünften Satz bäumte er sich anfangs noch mal auf, als er mit 2:4 zurücklag, schien es aber vorbei. Doch fast aus dem Nichts gelang ihm das Rebreak zum 3:5 und im Match-Tiebreak legte der 17-Jährige fulminant los, raste 6:1 in Führung. Dann war es allerdings wieder Vallejo, der zulegte, einen Lauf startete und seinerseits nach sechs Punkten in Folge mit 7:6 im Rücken nah am Sieg war. Doch auch Kampfgeist und Nervenstärke passen eben bei Kouame, der sich mit einem schönen Winner zum 9:8 den ersten Matchball holte. Und diesen wie ein Routinier spielte: Sicherer Aufschlag, vor ans Netz und abvolliert. Da explodierten die Fans endgültig.
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